Demokratie kann doch nicht bedrohlich sein!

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Man bedenke: Obwohl Weihnachten vielerorts gefeiert wird, beweist das noch nicht die Existenz des Christkindes!

Es gibt keine Gemeinschaft ohne Machtstrukturen (Punkt!) Ein Volk wählt zwischen vielen möglichen Staatsformen. Davon ist die Demokratie (prinzipiell) sicher die ausgewogendste und gleichheitlichste (ich wollte schreiben gerechteste, aber ich will objektiv bleiben). Durch die Wahl der Struktur ändern sich aber nicht seine Bestandteile, die kleinste Minorität – also der Mensch. Karl Marx hatte fälschlicherweise angenommen, dass bessere Menschen heranwachsen, wenn man nur einige der gesellschaftlichen Institutionen zerstört. Genausowenig wie der Sozialismus bringt eine Demokratie “bessere” Individuen hervor, sie gibt nur einen effektiveren Schutz gegen die Mitglieder, die sich durch Umgehung gesellschaftlich anerkannter Institutionen in eine autoritäre Machtposition drängen wollen.

Die damaligen Alliierten und “Verhaltens-Zensoren-vom-Dienst” taten ihr Bestes, durch eine Verfassung und Staatsaufbau, Deutschland für ewig auf der Stufe eines unmündigen und abhängigen Kindes zu halten. Demontagen, Reparations- und Wiedergutmachungszahlungen waren zwar von unsittlichem Ausmaß, aber man wollte die Gans die goldene Eier legte auch nicht gleich schlachten. Trotzdem wuchs die wirtschaftliche und industrielle Kraft Deutschlands in so unerwarteter Stärke, dass der charmante US Präsident Kennedy nach seinem Amtsantritt 1961 zuerst einmal den damaligen Außenminister Heinrich von Brentano nach Washington zitierte. Dort wurde uns “nahegelegt”, für einen großen Teil der US Auslandshilfe aufzukommen, natürlich ohne einen geringsten Nutzen für Deutschland (30-40 jährige Kredite von zunächst 1.6 Milliarden DM.) Im Gegenzug wurde Kennedy dann 1963 groβzügig zum “Berliner” bei seiner berühmten, und sicher der teuersten, Rede des Jahrhunderts.

Wo liegt jetzt also die weitere Bedrohung? Wir zählen (und zahlen) doch schon lange zu den “Guten”, sind (mehr oder weniger) hoch angesehen, Mitglied in sämtlichen möglichen galaktischen Körperschaften, UN, NATO u.s.w. Keine Katastrophe ohne Deutsche Hilfe und keinen Krisenherd ohne Deutsche Experten in Demokratie und Menschenrechte. Mit unseren ehemaligen Feinden haben wir uns sogar permanent verschmolzen – so dass nie wieder ein Krieg von Deutschem Boden ausgeht”. Kann er auch gar nicht mehr – ein Krieg kann nur von einer souveränen Nation erklärt werden! Dank unserer wirtschaftlichen und finanziellen Kräfte, ist man allerdings immer noch misstrauisch und der menschliche Drang zur Macht kann auch nur bis zu einem gewissen Grade, und über eine gewisse Zeit, eingedämmt bleiben.

Hier ist der Punkt:
Die zwei gröβten Machtinstrumente eines Staates sind das Militär und die Finanzen. Den Einfluss über das Militär hatte man dem Volks-Souverän schon von Anfang an entzogen. Nun haben wir auch die Macht über unseren Haushalt verloren. Jedem muss hier klar werden, dass unser parlamentarisches System, zusammen mit dem Verhältniswahlrecht und den Partei-Gesetzen zu diesem Zustand führten. Nicht der demokratische Willen der Bürger, sondern die eigennützigen Pläne der führenden Politiker werden durchgesetzt.
Ihre Macht flieβt jetzt allerdings aus irrationalen Gebilden und Bündnissen, wie unser heutiges “Europa”. Nicht zu unserem Schutz, wie man dem Deutschen einredet, sondern zum Schutz der Anrainer-Nationen vor uns. Und zur Sicherung der ewigen Macht der Parteien und Versorgung ihrer Eliten.

Die Bedrohung ist real und akut. Weder durch neue Parteien, Wahlen oder sonstige demokratische Maβnahmen wird der Bürger in die politischen Vorgänge einbezogen, sein Einfluss schwindet rapide, speziell mit jeder neuen europäischen Entscheidung und mit jeder neuen europäischen Behörde. In der Tat, mit jeder neuen Partei wird eine greifbare vorherrschende Meinungsrichtung weiter zersplittert und verwischt. Unsinnigere Koalitionen sind zu erwarten, mit schwerer einschätzbaren Anschauungen, verwässerten Programmen und komplexeren, unbefriedigenden Kompromissen. Was ist eine Demokratie wert, die den Willen der Mehrheit nicht mehr transportiert? Die sich nur noch defensiv verhält, nur verhindert ohne zu ermöglichen?
Der Deutsche wird stimmlos und seiner kulturellen und nationalen Rechte beraubt. Die ideologie des Altruismus sorgt dafür, dass das Aufgeben, das Nachgeben, die Unmoral des Sozial-Aktivismus zum reflexartigen ethischen Standard wird. Angepasst, blind vertrauend, glaubend und gefügig – so wünscht sich nur ein autoritärer Staat seine Bevölkerung.

15 Gedanken zu „Demokratie kann doch nicht bedrohlich sein!

  1. Jedes Wort hier spricht mir aus der Seele. Zudem sind wir auch unserer Identität beraubt, weil es eine objektive Vergangenheitsbewältigung nicht geben darf.

  2. Vielen Dank! Und Vergangenheit kann der Mensch auch nicht „bewaeltigen“. Er kann nur von ihr lernen – wenn er dann die Geschichte auch wirklich kennt, wie sie war und nicht wie sie in seinen politischen Kram passt. Beste Gruesse.

  3. Mit Gewalt das meint: mit „bewältigen“, wird langfristig nix bewirkt, außer wiederum Gewalt.
    „Hinter allem steckt immer und überall ein menschliche Hand“.

    Aus der Vergangenheit lernen Menschen nur schwer. Kinder verbrennen sich am heißen Ofen meist mehrmals, bevor sie „lernen“ ihn nicht anzufassen.
    Ohne Herzensbildung und Zivilcourage wird sich unsere materialistische Welt des globalen Geldadels nur unwesentlich etwas verändern. Die humanistische Bildung in Schule und Elternhaus ist hier gefragt. Das weiß der Geldadel auch und agiert entsprechend. Ein alter Hut, ich weiß, Aber ich für meinen Teil habe nur den Einen.

    • Hallo! Vielen Dank fuer das Lesen der post und Ihren Kommentar.
      Mit Gewalt und Macht wird eben ALLES bewikt. Der „Geldadel“ z.B. entstand aus dieser gewalt-igen Macht. Leider bewirkt Zivilcourage equivalent immer weniger als Gewalt. Ghandi hatte weniger Einfluss auf die Entwicklung seines Landes als Georg VI. (Man lese dazu „Der Dominanz-Effekt“). Mit Ihren letzten Saetzen komme ich nicht klar.
      MFG.

  4. Richtig, das Schlechte (Böse, Gewalt, Lüge) ist mit seinem Wirkungsgrad (Aufwand-Nutzen-Verhältnis) und damit in seiner Ausbreitung (Dominanz) dem Guten überlegen, besonders in einer wertarmen Gesellschaft.
    Jemand mit einer schnellen Handbewegung Sand in die Augen zu schleudern geht schnell und einfach. Den Sand wieder aus den Augen heraus zu bekommen, ist dagegen gewaltige Arbeit und bedarf starker Motivation = Werte (Herzensbildung, Courage).

    Hier ein Beispiel wie leicht die einfachen Werkzeuge von Dreckschleudern immer wieder funktionieren:
    hpd.de/node/11742?page=0,0
    Was empfehlen Sie bei der nächsten Wahl anzukreuzen – alternativefuer.de oder etwas anderes?

  5. Danke fuer Ihren Kommentar. Das gegenwaertige System befindet sich am Verfallsdatum und braucht grundlegendere Aenderungen. Neue Parteien sind nicht die Antwort, „…just another brick in the wall“.
    MFG

  6. Genau das ist es! Der Punkt ist der, daß wir eine Parteiendikatur haben, und das (Wahl-)Volk im Grunde keine Wahl hat, weil die Parteien (gesättigt und überfüttert mit Parteispenden- s. das entspr. Gesetz) für jegliche Spenden beeinflußbar sind, sprich ihr Fähnchen nach dem Winde der Spender richten…. Lit. dazu: „Die Elefantenmacher“

      • …. dann geht es eben dahin mit uns…. irgendwann ist jede „Kultur“ einmal am Ende:-(

      • Das ist moeglich. Aber bei den Deutschen wird es sicher ein langer, qualvoller (fuer uns) Prozess.
        In meiner post „Stimmen Sie fuer einen Neuanfang?“ befindet sich der Kern eines Ansatzes – aber ich bin pessimistisch. Nicht zu vergessen Lenins beruehmte Worte: „Wenn der Deutsche eine Demo auf einem Bahnhof plant, loest er sich erst eine Bahnsteigkarte“!

  7. Eine Demokratie gibt eine Politische Fassung für die Stimme aller ihrer Individien aus. Es kann nicht ein politisches Ziel sein, eine Mehrheit zu bilden, sondern muss ein Politisches Mass sein, die einzelne Person, damit bestmöglich zu repräsentieren!

    • Hallo!
      Mein Problem ist: Ich sehe hier weder Volk noch Buerger – nur Parteien. Wie Carl Schmitt beobachtete: „Der Souveraen verschwindet in der Wahlkabine“.
      Vielen Dank fuer Ihren Kommentar.

  8. Aufgeben ((mentaler) Selbstmord, vegetieren, existieren, Resignation verbreiten) ist für mich keine Option. Ich bleibe auf der Suche. Zu „was nun?“ und „einzelne Person, bestmöglich repräsentieren“:

    o liquidfeedback.org/mission/mission-de
    o theeuropean.de/james-fishkin/11875-deliberative-demokratie
    o freiwilligfrei.info/uber-uns
    o wissensmanufaktur.net/plan-b-fuer-einsteiger

    Tut mir leid, was Besseres habe ich im Moment nicht.

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