SCHACH MATT

Wer nicht sein Leben lang Physik geschwänzt hat weiß, dass jede Aktion eine Reaktion auslöst. Die Politik beinhaltet die Kunst Reaktionen zu initiieren, vorherzubestimmen und, vorzugsweise, zu kontrollieren – wie bei einem Schachspiel. Geht eine Partie verloren, zahlen die Figuren den Preis. Die Spieler wechseln zu einem neuen Brett. Gerade wird auf vielen Brettern gespielt und einige Akteure engagieren sich in Simultan-Partien.
Das Spannungszentrum verbleibt in den Regionen des Nahen und Mittleren Ostens. Das Problem mit dem islamischen Extremismus und den Flüchtlingsströmen aus moslemischen Ländern, Afrika und dem Balkan wurzeln in denselben Ursachen. Migration in und aus Krisengebieten sind Reaktionen auf bewusst herbeigeführte politische Ereignisse, und standen schon immer an letzter Stelle politischer Kalkulationen.
Umgekehrt, begann die zwangsweise Immigration oder Umsiedlung fremder Kulturen schon öfter in der Geschichte als Eröffnungszug – oder Defensive – einer infamen Partie.

Wie z.B. die Siedlungspolitik Palästinas, der Hauptursache unseres Konflikts mit der arabischen Welt. Die Kontrahenten England und Frankreich haben die Partie schon längst verlassen, aber die Alliierten haben sich geeinigt, den Verlierern des Weltkrieges die Aufräumungsarbeiten zu überlassen. Japan gehört zwar z.B. auch dazu, aber Deutschland war ein Unfall der Geschichte – nach der Niederlage Preussens, hätte sich gar kein ‚Deutsches Reich‘ mehr bilden sollen. Solange Deutschland militärische oder wirtschaftliche Stärke besaß wurde es respektiert. Ansonsten war und ist es eine Nation zweiter Klasse, allenfalls ein talentierter Freak.

Hintergrund:

Vor dem ersten Großen Krieg begannen die damaligen Weltmächte, England und Frankreich, mit der Zerstörung des Osmanischen Reichs. Die Schlacht bei Gallipoli (1915-16) sollte für Russland die Route zum Mittelmeer sichern. Weiterhin ging es um die Schwächung der Axismächte, die sich mit der Hohen Pforte verbanden – und um das Wohlwollen Millionen von Arabern, die Englands Wege zu seinem indischen Kolonialreich, Handelsplätze und Erdölregionen bevölkerten. Während England den Suezkanal übernahmen, ihre Kontrolle über Ägypten sicherten und Zypern besetzten, kämpfte Frankreich um die Vorherrschaft in der Levante. 1916 kam es zu einer folgenschweren Einigung der beiden Mächte über ihre Mandatsgebiete mit dem berüchtigten Sykes-Picot Pakt: Ein willkürlich gezogene ‚Linie im Sand‘ teilte das antike Mesopotamien in ein französisches Syrien und einen britischen Irak.

Die Briten benötigten allerdings noch Palästina, zum Schutz des Kanalgebiets und dem Terminal ihrer Ölpipeline von Mosul im Nordirak. Um französische Ansprüche auf ihr Mandat zu unterbinden, förderte England die Einwanderung jüdischer Siedler aus seinen Gebieten, und mit der Aussicht auf ein neutrales Palästina unter internationaler Kontrolle. Die Briten besetzten Palästina und – um dem Vorwurf imperialistischer Ambitionen von US Präsident Wilson zu entgehen – unterstützten sie den zionistischen Plan für ein eigenes Staatsgebiet. Englische Diplomaten verkauften den Franzosen ihre Idee mit dem Argument, dass die Zionisten zuverlässiger seien im Kampf gegen die Türken, als die Araber.

Im November 1917 folgte die Balfour Declaration, welche der britische Außenminister an Lord Rothschild schrieb, zur Weitergabe an die Zionistische Federation unter ihrem Präsidenten Chaim Weizmann, dem späteren Präsidenten Israels. In der Deklaration, die in der ‚Times‚ veröffentlich wurde, versprach England die Unterstützung der Juden für eine „nationale Heimat“ unter dem „klaren Verständnis, dass nichts unternommen werden soll, was die bürgerlichen und religiösen Rechte der nicht-jüdischen Bevölkerung… beeinträchtigt…“ Aus Sorge, dass rapide jüdische Einwanderung Palästina destabilisieren könnte, begann England die Zionisten zu zügeln. Das Verhältnis mit den Zionisten, die auf schnellere Einwanderung drängten, verschlechterte sich rapide. Ausgerechnet die eifrigsten Sponsoren des Zionismus wurden nun des Antisemitismus bezichtigt! Dabei mussten die Briten Rücksicht auf Frankreich nehmen und waren gleichzeitig mit arabischen Überfällen in Mesopotamien beschäftigt (T.E. Lawrence). Nach WK I. mischten sich die USA in den Nahost-Streit. Sie verlangten Beteiligung an der Ölförderung, sanktionierten aber gleichzeitig britische und französische Ansprüche.

Der Vorabend des WK II. brachte England und Frankreich wieder enger zusammen und die Araber gewannen Gewicht, als Bollwerk gegen die Deutschen und deren Aktivitäten in den von Vichy-Frankreich besetzten Gebieten. Um die Araber nicht weiter zu verärgern, hatte England jüdische Einwanderungsquoten verhängt und limitierten jüdischen Erwerb von arabischem Grundbesitz. Der britische Premier Chamberlain: „Wenn wir eine Seite kränken müssen, dann lasst uns die Juden kränken, eher als die Araber“. Der blutige Widerstand der jüdischen Siedler gegen die englischen Verwalter begann. Haganah, Histadrut, Irgun und die Stern Gang gruppierten sich unter der Jewish Agency und ihrem Vorsitzenden David Ben-Gurion. Zu Beginn organisierten sie Attacken gegen die britische Infrastruktur mit Überfällen und Bombenanschlägen, später in England selbst, mit gewagten Attentaten auf staatliche Einrichtungen und Briefbomben. Die meisten dieser Anschläge misslangen. Unter anderem, plante die Stern Gang die Wasserversorgung Londons mit Cholera-Erreger aus dem Pariser Pasteur Institut zu verseuchen. Die Republik unterstützte jüdischen Terror gegen England bis zum Exit der Mandatsmacht am 14. May 1948 und war Israels führender Waffenlieferant bis 1956.

Auf einer Pressekonferenz1945 forderte der neue US Präsident Truman 100.000 zusätzliche Visa – zu großem Ärger der Araber – damit sprach er zu Amerikas 5 Millionen jüdischen Wählern. Intern begründete er aber seinen Aufruf, weil er selbst „nicht so viele Juden in New York wolle…“
Die ‚American League for a Free Palestine‘ in den US, gegründet 1944 von Hillel Kook (alias Peter Bergson) war die größte Jüdische Lobby in Amerika und setzte Truman unter starken Druck. Die Organisation sammelte Millionen-Beträge für Waffen und Schiffe, für die Überfahrten ins gelobte Land (‚Exodus‘). Man gewann die prominentesten Stars für die Lobbyarbeit (Frank Sinatra, Bob Hope, Leonard Bernstein, Marlon Brando in den US, Jean-Paul Sartre und Simone De Beauvoir in Frankreich).
1948 stimmten die UN für die Teilung Palästinas. Frankreich saß mit seiner Stimme noch auf der Kippe. Der US Delegierte zu den UN, Bernard Baruch, ein machtvoller, reicher Finanzier, drohte dem französischen Delegierten Parodi mit einem Einbruch der französischen Aktien an der US Börse, wenn er nicht für die Teilung stimme. Die Teilung wurde beschlossen und die arabischen Führer kochten vor Wut.

Wie versprochen, verließ der britische Hochkommissar am 14. May 1948 Jerusalem.
Über Nacht anerkannte Truman den Staat Israel. Am nächsten Tag begann formell der arabisch-israelische Krieg. Auf eine Anfrage hin, antwortete ein jüdischer Beamte über die Beziehung zwischen den Juden und Arabern: „Die Spannung zwischen Juden und Araber wird behoben werden. Ein paar kalkulierte Massaker wird sie bald erledigen“.
Vorübergehend ‚Schach‘ der arabischen Welt.
Jahre danach bemerkte der ehemalige britische Chefsekretär zu Palästina, Sir John Shaw: „…(because) it is not your business or my business, or British business, of [for] anybody else to interfere in other people’s countries and tell them how to run it, even to run it well. They must be left to their own salvation“. Würden sich die Politiker an die Erkenntnis ihres Kollegen richten, dann blieben die meisten Schachbretter wohl unbesetzt.

An die Deutschen:

Ihr habt 2 Weltkriege angezettelt (nach der offiziellen Version), 6 Millionen Juden ermordet und auf dem Wege dorthin noch hier und da diverse Völker unterdrückt. Ihr könnt euch der Nationengemeinschaft noch so anbiedern, mit Wiedergutmachungszahlungen, Demutsgesten, Schuldenerlass und Selbstzerstörungsaktionen. Aber versteht: Ihr könnt niemals etwas ‚wiedergutmachen‚. Wie der Teufel seine Existenz durch gute Taten nicht mildern könnte. Euer Land ist wie die verhasste, aber wohlhabende Tante, die geduldet wird um ihres Reichtums Willen: Jeder schleimt um sie herum und kann es nicht abwarten bis sie im Sarg liegt um das Erbe anzutreten. Den Deutschen verzeihen – das wäre einfach ein schlechtes Geschäft. Ihr seid ‚Schach matt‘.

24 Gedanken zu „SCHACH MATT

  1. Pingback: SCHACH MATT | matthias331

  2. Wenn nächstes Jahr 3 Millionen Flüchtlinge kommen und danach 5, ist es vorbei mit der Tante.
    Nicht mit Tante Merkel, die wird inzwischen von den syrischen Flüchtlingen als „gütige Mutter Merkel“ gepriesen.

      • Großer Fehler, daß Polen keine Flüchtlinge nimmt:
        bald wird de Maiziere merken daß wwie ein Volk ohne Raum für weiter Flüchtlingscamps sind und ausrechnen, wie viele Camps nach Pommern und Schlesien passen.

      • Großer Fehler, daß Polen keine Flüchtlinge nimmt:
        Bald wird de Maiziere merken, daß wir ein Volk ohne Raum für weitere Flüchtlingscamps sind und ausrechnen, wie viele Camps nach Pommern und Schlesien passen

      • Mein Vorschlag zur Lösung der Unruhen um die Rohingya in Burma:
        Großbritannien muß sie alle aufnehmen, denn GB hat sie in Burma zu Kolonialzeiten angesiedelt.
        Falls GB keinen Platz hat, müssen die Engländer eben weniger Kinder kriegen.

  3. „Bangkok: Die Hintergründe des Anschlags sind noch immer unklar. Da mehrere Ausländer ums Leben kamen, vermutete die Regierung zunächst, die Attentäter hätten dem Tourismus schaden wollen. Jetzt ziehen die Ermittler auch in Erwägung, dass der Festgenommene zu einer Bande von Menschenschmugglern gehören könnte, die sich mit dem Anschlag womöglich für die Festnahme von Einwanderern rächen wollten, die illegal über die Grenze gelangt waren.“

  4. Hat dies auf HeinTirol's Blog rebloggt und kommentierte:
    Ich beschäftige mich schon seit langem mit dem vorderen Orient und der Levante. Hinsichtlich der Gründung Israels hatte ich allerdings das Wissen, Dass die Briten und Franzosen nach 1945 mit den nordafrikanischen und levantinischen Ländern nicht klar kamen und deswegen aus Rache dem Jewish international die Gebiete des heutigen Israels überließen. Sie erhofften sich damit, dass die sich schon gegenseitig die Köpfe ein/abschlagen. Dann würden die Franzosen und Briten das Gebiet wieder unter Kontrolle nehmen. Falsch gedacht. Sehr interessanter Artikel – vor allem die Worte an die Deutschen.

  5. Pingback: SCHACH MATT | WISSEN IST MACHT

  6. Pingback: SCHACH MATT | Der Staats-lose Bürger | cizzero

  7. Sie schreiben: „6 Millionen Juden ermordet“
    Die Zahlen werden von den UDSSR und auch China locker getoppt.
    http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article125158458/Sagt-endlich-dass-Mao-der-groesste-Massenmoerder-war.html
    Dort angeführt 45 Mio also locker mal das 9-fache der Deutschen
    Für die UDSSR: a 3 Millionen Toten bis hin zu weit über 20 Millionen. Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Stalinsche_S%C3%A4uberungen
    Wieviele Deutsche in Rußland verhungerten weiß niemand auch nur annähernd, genauso scheint es keine Zahlen über Lenins Morde zu geben.

    In Kambodscha: http://www.welt.de/geschichte/article139682955/Pol-Pots-Wahn-forderte-taeglich-1400-Menschenleben.html

    Der amerikanische Bürgerkrieg rund 600 000 Tote. In Australien immerhin 20 000 Morde an Aborigines.
    Keine Zahlen gibt es über die politischen Morde in den ganzen Königreichen in Europa. Oder vielleicht doch?

    Keine Ahnung, Deutschland befindet sich maximal in schlechter Gesellschaft. In absoluten Zahlen hat sich bisher der Sozialismus in allen seinen Schatttierungen als am tödlichsten für die eigene Bevölkerung herausgestellt. Das ist sicherlich kein Zufall !

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