Pachtherr und Pächter

Gerade auf die Welt gekommen,
wirst du schon bei der Hand genommen.
Der Tod führt dich durchs ganze Leben
und nichts wird die umsonst gegeben.

Dein Leben ist vom Tod gepachtet
und wehe dem, der ihn missachtet.
Die Freude sei dir höchste Tugend,
geniess die Wonnen deiner Jugend;

Des Todes Nähe fühlst du nicht –
und strebst nur nach des Lebens Licht.
Das Licht scheint noch in grosser Ferne,

ein Knecht des Tods hält die Laterne.

Es leuchtet nicht der Glanz des Lebens,

das dir ein guter Gott vergab,
du siehst das Ende deines Strebens –
es ist das Kerzlein auf deim Grab!

Du bist kein Geschenk der Götter,

es ist der Tod, der dich gebar;
der Himmel ist nur Hort der Spötter.

Du siehst in nur zur Lebenszeit;
es ist nur Staub und Asche wahr –
und deine ew’ge Wirklichkeit.

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(von wem stammt dieses Gedicht?)