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Wir brauchen die Migration, weil Deutsche zu wenig Kinder zeugen und die Bevölkerung überaltert?
Haben wir das richtig verstanden???
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DIE 7 SÄULEN DER WEISHEIT

 


von Thomas Bovet

Die Geschichte des Islams ist die Geschichte Arabiens und des Nahen Ostens. Es ist erstaunlich wie wenig wir über diese Völker und ihre Geschichte wissen, ausgenommen dem heutigen Bild einer diametral entgegengesetzten Kultur und einer, für uns, scheinbar inakzeptablen Lebensart: archaisch, nihilistisch, unnachgiebig orthodox, chauvinistisch, irrational.

Der gebildete westliche Mensch hat die geistige Kapazität alles zu verstehen, was begreiflich ist.
Was die arabischen Völker am meisten prägte, ist weniger die Religion des Islam, als die Lebensweise der Wüste. Einige von uns reisten schon in den Nahen- oder Mittleren Osten, als Touristen zu den antiken Stätten, oder in die Metropolen der Golfstaaten. Die allerwenigsten hatten Gelegenheit in Arabien zu verweilen, in den weiten Gebieten der Hejaz, der Entstehungsregion des Islam.

Unsere heutige Auseinandersetzung mit den arabischen Völkern (oder Stämmen), wird auf die Religion reduziert – von beiden Seiten. Weil dadurch die grösste Chance besteht für die weitesten Klüfte und tiefsten Emotionen. Die neueren Kontakte zwischen Orient und Okzident, zur Zeit des Osmanischen Reichs im 19. Jahrhundert, waren recht ungehindert durch religiösen Zwiespalt, mit Politik und Gebietsansprüchen als die treibenden Kräfte. Der spaltende Einfluss des Westens war, wohlgemerkt, nicht der christliche, sondern der imperialistische.

Thomas Edward Lawrence (16 August 1888 – 19 May 1935) war englischer Offizier, Diplomat und Autor und einer der interessantesten und enigmatischsten Persönlichkeiten des frühen 20. Jahrhunderts.

Als Archäologe kam er nach Syrien und studierte Arabisch. Nach Ausbruch des WK I. meldete er sich zum Dienst in der Britischen Armee und wurde zu Aufklärungs-Missionen in Arabien und Liaison mit den arabischen Führern der Revolte beordert. Über 2 Jahre hinweg, durchquerte er auf Kamelen mehrmals das nahezu gesamte nahöstliche Gebiet und gewann die besten Kenntnisse des arabischen Raums, seiner zahllosen Stämme und deren Anführer. Durch seine engen Kontakte wurde Lawrence in die Kriegshandlungen einbezogen. Er plante die Strategien und leitete teilweise Attacken gegen die türkischen Streitkräfte, die im Oktober 1918 in der Eroberung von Damaskus ihren Höhepunkt fanden. Als „Lawrence of Arabia“ wurde er weltberühmt.

T. E. Lawrence führte detaillierte Tagebücher seiner Abenteuer und begann 1922 das Manuskript für sein unsterbliches Werk der Weltliteratur, „Seven Pillars of Wisdom“.

Ich hatte das Glück eine gut erhaltene Erstausgabe in Hong Kong zu erstehen, für nur 80 Euro, mit Handzeichnungen und Karten und perfektem Schutzumschlag. Auf 660 Seiten erfährt der Leser das erstaunliche und tragische Epos der arabischen Revolution und über den Verrat der Kolonialmächte an der Souveränität der jungen Nationen. Nicht nur die brutale Besiedlung Palästinas durch Israel, auch die willkürliche Teilung Syriens, des Irak und Jordanien zwischen Frankreich und England, quer durch die Stammesgebiete ältester Gemeinschaften, bilden die Ursachen heutiger Konflikte.

Die Grossartigkeit dieses Buches liegt in den einzigartig detaillierten Beschreibungen eines jeden Meters Landschaft, der Umstände und Einflüsse, welche die Sinne des Autors erfuhren. Durch den erstaunlichen Sprachreichtum und Wortschatz des Erzählers, erklären sich die verschiedenen Verhaltensweisen der zahlreichen Stämme und Charakteren ihrer Akteure. Lawrence überlässt dem Leser keine Rätsel oder Vermutungen; er hat ihm nichts voraus und gibt seine Erfahrungen und Erkenntnisse an sein Publikum weiter, wie er es erlebte.

Am wertvollsten sind jedoch, Lawrences persönliche Einschätzungen und Analysen der kulturellen Eigenheiten seiner Mitstreiter und Antagonisten, sowie die eigene Selbsterkennung. Akribisch und brutal seziert er seine Seele in öffentlicher Autopsie. Seite um Seite häutet Lawrence die Zwiebel dieser traumatischen Begegnung der Denk-und Interessensysteme von Abendland und Morgenland und die Persönlichkeiten ihrer Spieler und Statisten. Er hält auch nicht viel von der Natur seiner eigenen Landsleute: „…for those who loved England most, often liked Englishmen least.“

Bezeichnend für die Klarheit, mit der er seine eigene Rolle und die der englischen Nahostpolitik sah, sind diese bewegenden Worte: „It might have been heroic to have offered my own life for a cause in which I would not believe; but it was a theft of souls to make others die in sincerity for my graven image.“

[„Lawrence of Arabia“ wurde 1962 in einer Sam Spiegel Produktion als Hollywood-Epos gedreht und mit 7 Oscars ausgezeichnet. Trotz Star-Besetzung und technischem Aufwand bleibt der Film weit hinter dem literarischen Werk zurück. In den 3.5 Stunden (mit Intervall) erschliesst sich dem Publikum nicht annähernd die Komplexität und Tragik dieser Geschichte.]

Literatur:

„Seven Pillars of Wisdom“, T. E. Lawrence, Doran & Co., New York, 1935
(Deutsche Ausgabe: „Die Sieben Säulen der Weisheit“)

„A Line in the Sand“, James Barr, Simon & Schuster, 2011
(Keine deutsche Ausgabe)

„Turkey, the Great Powers and the Bagdad Railway“, Edward M. Earle, The Macmillan Co., 1924
(Keine deutsche Ausgabe)

„Im Haus der Weisheit“, Jim Al-Khalili, S. Fischer, 2011

THE INGENIOUS REPLY TO A MUSLIM APOLOGIST

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