KARL MARX – DER TODESENGEL JAHWES? (II.)

ZWEITER TEIL

Das Kapital als Knecht des Kommunismus

Marx und Engels hatten beileibe nicht die Absicht, den Fortschritt des Kapitalismus zu stoppen oder ihm zu widerstehen. Im Gegenteil, sie fordern das völlige Verschwinden der vorangegangenen sozialen und wirtschaftlichen Strukturen und freuen sich auf ihre extremste Entwicklung, wenn alle Produktionsmittel in wenige Hände gefallen sind. Denn nur dann, so behaupten sie, kann die neue Welt geboren werden. „Der Kapitalismus enthält die Keime seiner eigenen Zerstörung, aber der Kapitalismus muss zuerst seine volle Reife erreichen, was das Monopol einiger Milliardäre ist.“

Offensichtlich können Monopolisten dieses Ziel von ganzem Herzen unterstützen. Sollten sie den nächsten Schritt, die Revolution und die Aneignung aller Produktionsmittel und des Kapitals durch den Staat fürchten? Nicht unbedingt, wie Bakunin 1872 argumentierte und wie Antony Sutton in „Wall Street and the Bolshewik Revolution“ (2001) ausführlicher erklärte: „Ein Hindernis für ein reifes Verständnis der jüngeren Geschichte ist die Vorstellung, dass alle Kapitalisten die bitteren und unerschütterlichen Feinde aller Marxisten und Sozialisten sind. Diese falsche Idee stammt von Karl Marx und war zweifellos für seine Zwecke nützlich. In der Tat ist die Idee Unsinn“. Es gab ein anhaltendes, wenn auch verborgenes Bündnis zwischen internationalen politischen Kapitalisten und internationalen revolutionären Sozialisten – zum gegenseitigen Nutzen. Dieses Bündnis ist weitgehend unbemerkt geblieben, weil Historiker – mit wenigen bemerkenswerten Ausnahmen – eine unbewusste marxistische Tendenz haben und somit eine solches Bündnis für unmöglich halten müssen.

Die Zeit ab 1820 wurde, wie Werner Sombart, („Die Juden und das Wirtschaftsleben“, 1911) es nennt, „das Zeitalter der Rothschilds“, so dass es bis zur Mitte des Jahrhunderts ein allgemeines Diktum war, dass es nur eine Macht gibt in Europa, und das ist Rothschild. Wie ist es nun denkbar, dass Marx, der ehrlich den Kapitalismus anprangert, jegliche Bezugnahme auf seinen Hauptvertreter hätte vermeiden sollen? Doch selbst in dem Abschnitt seines Buches, der sich mit den Ursprüngen des industriellen Kapitalismus befasst, in dem Marx Bezug nimmt auf die großen Finanziers, die Aktiengeschäfte, Spekulationen usw., benennt er kein einziges Mal die Juden als führende Finanziers oder die Rothschilds als Superkapitalisten der Welt.

Der aufgeschlossene Leser sollte folgendes berücksichtigen: Monopolkapitalisten sind die erbitterten Feinde von Laissez-Faire-Unternehmern (siehe auch Ayn Rands Texte über den Kapitalismus und Liberalismus); und angesichts der Schwächen der sozialistischen Zentralplanung ist der totalitäre sozialistische Staat ein perfekter Markt für Monopolkapitalisten – wenn ein Bündnis mit den sozialistischen Machthabern geschlossen werden kann. Das galt ebenso für den Nationalsozialismus, wie für den Faschismus Mussolinis.

Die grösste Täuschung der Geschichte

Die Kritiker des Kapitalismus, ihre Vordenker und Meinungsmacher, sind dieselben Urheber einer kapitalistischen Variante, welche den „echten“, ursprünglichen laissez-faire Kapitalismus – wie er rund 100 Jahre nach Gründung der Amerikanischen Republik dort Bestand hatte – für die meisten westlichen Gesellschaften zerstörte. In den USA waren es die „democrats“ und liberals (im angelsächsischen Wortsinn), die sich allgemein heute noch als „progressives“ bezeichnen, besonders seit der Regierung Woodrow Wilson.


Was den meisten Beobachtern entgeht sind die Tatsachen, dass –

a) sämtliche „faschistischen“ Konzepte aus der sozialistischen Spielkiste stammen, und

b) der Antisemitismus keine Eigenart des Faschismus ist.

Jonah Goldberg offenbart In seinem Bestseller „Liberal Fascism“ (2007) den einfachen genialen Kartenspieler-Trick, wie es der Linken und den Progressiven gelang, ihre Politik als eine neue, soziale und fortschrittliche Regierungsform, den sogenannten „Dritten Weg“ auszugeben; – eine Politik die fast sämtliche Richtlinien und Ideen aus den Reformen Bismarcks und dem sozialen Katalog der Faschisten und Nationalsozialisten plagiierte.

Mussolini war von Haus aus überzeugter Sozialist und hatte die Anerkennung von Lenins Parteiorgan „Pravda“. Mussolini erkannte wohl als erster sozialistischer Führer, dass die ursprüngliche Idee, „Klasse vor Rasse“ (oder Nationalität) nicht funktionierte und die Sozialistische Internationale zerbröckelte. Mussolini war klar, dass Klassenbewusstsein niemals den Ruf des Nationalen oder dem Kulturellen übertrumpfen kann. Die Partei zu liquidieren, um den Sozialismus zu retten, nannte er es, als er 1922 Italiens Staatsoberhaupt wurde. Mussolinis faschistisches Parteiprogramm fand internationale Bewunderung und Anerkennung. Während der Weltwirtschaftskrise, in den USA, erstellte der demokratische Präsident Roosevelt (FDR) sein ökonomisches Programm „New Deal“, mit Anlehnung an die sozialen Programme von Mussolini und Hitler.

Die beiden Faschisten wiederum lobten FDRs New Deal und Mussolini freute sich für den US Präsidenten: „Amerika hat einen Diktator! Die geistige Erneuerung zerstört die alte Auffassung, dass Demokratie und Liberalismus unsterblich seinen. Roosevelt geht vorwärts, handelt und befiehlt, unabhängig der Entscheidungen oder Wünsche des Senats oder Kongresses“. FDR schloss auch die Idee des französischen Philosophen und Begründers des Syndikalismus, George Sorel (1847-1922) ein, die Gesellschaft in Berufssektoren (Arbeitsaufteilung!) aufzugliedern.

[Sorel ist ein perfektes Beispiel für den sozial-faschistischen Dualismus und seine verwischten Schnittstellen. Er war, wie viele Linke seiner Zeit, hin- und hergerissen, zwischen Anarchismus und Marxismus und demokratischen republikanischen Zielen; zwischen Marx, Lenin, Proudhon und Mussolini und der Action Française. Wie auch die deutsche Linke (SDS, APO) Adorno auspfiff, und ausgerechnet den NS-Staatsrechtler Carl Schmitt zu Vorträgen einlud -wegen seiner Ablehnung des Parlamentarismus. Ein interessantes Paradigma für die Überschneidungen von Sozialismus und Nationalsozialismus im Deutschland der NSPAD, findet sich exemplarisch im Lebensweg von Otto Strasser.]

Churchill nannte Mussolini „der Welt größten Gesetzgeber“ und Sigmund Freud schickte ihm ein Buch, das er zusammen mit Albert Einstein geschrieben hatte („Why War?“, 1933), mit der Widmung: „An Benito Mussolini von einem alten Mann, der den Herrscher willkommen heißt, den Held der Kulturen.Vor Hitler kam niemand darauf, Faschismus mit Antisemitismus zu verbinden. In Mussolinis Faschistischer Partei waren jüdische Mitglieder überrepräsentiert. Bis 1938 wurde kein Jude aus Gebieten unter italienischer Kontrolle ausgeliefert. Bis zu Hitlers Einmarsch 1943 in Italien und auch danach, versuchte Mussolini italienische Juden zu schützen so gut es möglich war. In Spanien verwarf der Erz-Faschist Enrico Franco Hitlers Forderung, spanische Juden auszuliefern. Im Gegenteil unterzeichnete er ein Dokument, welches das Alhambra-Edikt von 1492 zur Vertreibung der Juden aus Spanien, widerrief.

Schon Stalin bediente sich der brillanten Taktik, einfach alle unbequeme Ideen und Strömungen als faschistisch zu bezeichnen. Selbst sein ehemaliger bolschewistischer Mitstreiter und Gründer der Roten Armee, Leon Trotzki, wurde kroteskerweise eines ausgerechnet faschistischen Coups beschuldigt. Die Linken und Progressiven hatten natürlich weltweit fortgesetztes Interesse daran, dass der Faschismus mit dem Dritten Reich und dadurch mit dem Antisemitismus verknüpft bleibt.

Macht und Kontrolle über ihre Gesellschaft erlangt eine Regierung durch die Errichtung eines Wohlfahrtsstaats und Zentralisierung. Soziale Programme erlauben es, von den Bürgern eine zustimmende Haltung zu erwarten, sowie aber auch Verpflichtungen und Opfer, für das sogenannte „Allgemeinwohl“. Das Befolgen staatlicher Weisungen und Sammlung von persönlichen Daten erscheint so ebenfalls plausible.

Die bei weitem üblere Konsequenz, jedoch, ist die unweigerliche Anwendung von eugenischen Prinzipien, Rassismus und Spaltung der Gesellschaft, also dem, was die Linken nicht müde werden den Konservativen oder der Rechten vorzuwerfen. Marx und Engels hatten keinerlei Absicht, den Antagonismus zwischen dem Proletariat und der Bourgeoisie zu beschwichtigen, indem sie das Leben der Arbeiter erleichtern. Im Gegenteil, sie hofften, dass die Konflikte dermassen zunehmen, dass sie in einem blutigen Bürgerkrieg enden! Wir sollten endlich begreifen, dass das Zerreissen des sozialen Gewebes von Nationen, mittels Herbeiführung sozialer Spannungen, durch Rassismus, Generationsprobleme und Genderismus, eine Strategie jüdischer Intellektuellen ist.

Wenige wissen, dass die moderne Mindestlohn-Politik aus den sozialen Konzepten der demokratischen US Administrationen unter Wilson und Roosevelt entsprang. Sidney Webb (1859-1947) war Mitbegründer des Fabian-Sozialismus, eine britische sozialistische Intellektuellen-Bewegung. Die Fabian Society (gegründet 1884) war der Wegbereiter der heutigen englischen Labour Party und ihre Mitglieder waren einflussreiche Politiker und Intellektuelle, wie Bernard Shaw, H.G. Wells und der Philosoph Bertrand Russell. Es war Webbs Idee, die Höhe der Mindestlöhne weit über den Arbeitswert der Unbeschäftigten zu setzen, so dass diese vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen bleiben und eventuell als soziale Klasse verschwinden!

Wenn die Konservativen dieses Argument gegen Mindestlöhne anführen, sind es ironischerweise sie, die des Sozialdarwinismus bezichtigt werden. E. A. Ross (1866-1951) war ein progressiver US Soziologe, Eugeniker und Präsident der American Sociological Society von 1914 bis 1915. Ross (Autor der „Race Suicide Thesis“) wurde wegen seiner rassistischen Ansichten aus der elitären Stanford Universität gefeuert.

Ross, der in Deutschland studierte, war sich mit Webb über die gesellschaftliche Situation einig und fand für seine amerikanischen Verhältnisse die passenden Worte: „Der (chinesische) Kuli kann den amerikanischen Arbeiter nicht übertreffen, er kann ihn aber unterbieten. Da sich die minderen Rassen mit einer Existenz, in unzivilisierteren Umständen als der Nordische Mensch zufrieden geben, benötigen sie keine zivilisierten Löhne. Deshalb, wenn man die Löhne auf eine zivilisierte Ebene erhöhe, würden keine Unternehmen solche Lumpen den besseren Bewerbern vorziehen und ihnen damit die Vermehrung erschweren.“ (Übersetzung des englischen Zitats) Das waren keine Worte eines Rechtsextremen, sondern die von bekennenden Sozialisten!

Auf rein wirtschaftlicher Seite waren es ebenfalls Marxisten und linke Progressive, welche sich an einem „sozialen Kapitalismus“ zur Schaffung von Grossmonopolen beteiligten, – ganz im Marx’schen Sinne. Die Konzentration wichtiger Unternehmen war ein Konzept der demokratischen US- Regierungen unter Woodrow Wilson und später F.D.R., zu ihren Kriegsvorbereitungen: „Es ist besser 5 Ochsen vor einen Karren zu spannen als 5000 Katzen“, hieß es. Roosevelt gefielen besonders die Maßnahmen der Faschisten in Deutschland und Italien zur Kontrolle der Wirtschaft.
Woodrow Wilson beauftragte
George Creel, ehemaliger liberaler Journalist, mit der Gründung des ersten Propaganda Ministeriums des Westens, dem „Committee on Public Information“ (CPI). Creel, mit einer Armee von Mitarbeitern, tränkte seine Umwelt in nationalistischen Parolen und Aufrufe. John Dewey, amerikanischer Philosoph und einflussreichster Vertreter der progressiven, liberalen Erziehung, proklamierte: „laissez-faire ist tot. Lang lebe die soziale Kontrolle“.

Dritter Teil: Samstag, 14. März, 2020
(Ende des dritten Teils finden Sie Quellen und Zitate)

6 Gedanken zu „KARL MARX – DER TODESENGEL JAHWES? (II.)

  1. Das Stammland der Juden war 2.000 Jahre lang Besatzungsland – Roemer, Osmanen, Briten, usw. Die wanderten also ueber 2.000 Jahre lang in alle europaeischen Laender, bis zum Ural, ein. Die haben sich nie „integriert“, wurden ueberall als fremdes Volk angesehen, und wurden aus diesen Gruenden auch ausgeschlossen (aus Berufen, Gilden, Landbesitz, usw.). Die haben sich in ihren Nischen eingerichtet. Ganz ganz wenige wurden Haendler und Banker, die meisten waren genauso arme Schweine wie alle anderen um sie herum.

    Schon im Merkantilismus des Mittelalters wurden einzelne Haendler (in Personalunion mit Bankern) reich und mussten sich mit den lokalen Machthabern arrangieren, um nicht gepluendert zu werden. Als „Anywhere/Nowhere“ kann man sich dem heute entziehen, als „Somewhere“ geht/ging das nicht. Juden, die reich werden wollten, stand dies als eines der wenigen ‚erlaubten‘ (weil, als unter der Wuerde und unchristlich empfunden) Taetigkeitsfelder offen. Die Rothschilds sind vielleicht eine der ersten Anywheres, da sie in fast jeder europaeischen Nation eine Handelsbank hatten.

    Wahrscheinlich wusste Marx noch nichts von der Pareto-Verteilung, die sich natuerlich einstellt, aber ahnte vielleicht etwas. Und er war m.A. viel mehr im Merkantilismus und Feudalismus verankert, als im entstehenden Kapitalismus. Fuer ihn war Kapitalismus die Fortsetzung des Feudalismus (was zu Beginn auch oft so war), und beschrieb das System demzufolge auch mithilfe von festgefuegten „Klassen“. Kapitalismus ist gar nicht an Klassen orientiert, sondern loest diese wie von selbst auf.

    Also, die wenigsten Juden besitzen oder arbeiten bei einer Bank, oder sind reich. Deshalb lehne ich derart pauschalisierte Begriffe, wie „juedisches Grosskapital“ ab. Die Konzentration von Juden in gewissen Geschaeftsfeldern, wie Handel und Banken, ergab sich vor allem aus der europaeischen Geschichte.

  2. lui

    „Also, die wenigsten Juden besitzen oder arbeiten bei einer Bank, oder sind reich. Deshalb lehne ich derart pauschalisierte Begriffe, wie „juedisches Grosskapital“ ab.“

    denken Sie immer von hinten her?

  3. noch eine kleine ergänzung:

    die wenigsten juden saßen in bolschewikischen führungspositionen. aber dort saßen trotzdem etwa 95% juden.

    ich finde Sie intellektuell witzig. 🙂

  4. Welche besondere Geisteshaltung zeichnet Juden aus, so dass nur Juden das getan haben koennten, und nicht Moslems, Christen, Atheisten, etc.?

    Haben diese bolschewistischen Juden ihren Glaubensbruedern in erster Linie mir ihren Aktionen gedient, oder sich selbst, oder einer grotesken Philosophie, die vor 100 Jahren von vielen als vielversprechend angesehen wurde, und von vielen Leuten heute auch wieder angestrebt wird (wider besseren Wissens)?

    Ich argumentiere nicht aus einem Schuld- und Suehne-Kult heraus, der es mir verbieten wuerde irgend etwas an Juden schlecht, fehlerhaft, etc. zu finden. Solche pauschalen Schuldzuweisungen an ein ganzes Volk entbehren aber m.A. jeder Grundlage und beweisen i.d.R. nur schlampiges Denken.

  5. Sie haben den kern meiner kritik nicht verstanden.

    Sie lehnen den begriff „jüdisches großkapital“ mit der begründung ab, daß die meisten juden nicht dazugehören. das ändert aber nichts an der richtigkeit des begriffs. es gibt zwar auch nichtjüdisches großkapital, aber die juden sind derart krass über alle maßen überproportional dort repräsentiert,

    welche schlüsse man daraus zu ziehen hat, ist eine andere sache. wer aber schon den ausgangspunkt negiert, wird erstrecht nicht zu richtigen folgerungen kommen.

    was das ganze jetzt noch mit pauschalen schuldzuweisungen an ein ganzes (!) volk zu tun haben soll, verstehe ich nicht. gar nichts mit dem thema haben die fragen zu tun, ob die juden sich oder anderen gedient haben oder ob das auch christen hätten tun können.

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