EIN HAUCH VON WAHRHEIT

Auch „ehrliche“ Menschen lügen; oder milder formuliert: sie sprechen nicht die (volle) Wahrheit.
Unsere kognitiven Fähigkeiten bieten die Möglichkeit, Sinneseindrücke in unendlich vielen Varianten verarbeiten zu können. Diese Vorgänge sind teilweise manipulierbar, teils unfreiwillig, teils genetisch oder kulturell bedingt und teils erlernt; ihre geistige Verarbeitung erfolgt bewusst oder unbewusst und beeinflussen unsere Persönlichkeit.

Lügen erfordert eine gewisse Anstrengung (Konzentration) und Energie, welche sich typischerweise physiologisch nachweisen lässt (Lügendetektor) und in Verhaltensmustern erkennbar ist. Lügen – im Sinne dieses Artikels – reicht von Auslassungen und Abweichungen, über Verdrehungen und sophistischer Dialektik, bis zum sorgfältig geplanten „Lügengebäude“.
Aber warum lügen Menschen überhaupt? Warum entscheidet sich eine Person, aus einer Unzahl von kognitiven, intellektuellen Werkzeugen und möglichen Handlungsweisen, gerade für die Lüge?

Als gesellschaftlich allgemein akzeptabel, erscheinen Lügen zur Vermeidung, dass die Wahrheit einen anderen kränkt oder ihm seelischen Schmerz bereitet. Wäre die Wahrheit und der Trost nicht die bessere, vernünftige Alternative? Das Leben verlangt von uns oft harte Entscheidungen und auferlegt manchem von uns die erdenklich schwersten Prüfungen, welche die meisten Menschen mit ihren Talenten und erlernten Fähigkeiten meistern – ohne den Griff zur Lüge. Wir wollen hier keine klinisch-pathologische Abhandlung des Lügens präsentieren. Uns geht es um die Unnötigkeit, Impotenz und negativen Folgen dieser menschlichen Eigenart.

Die Steuerung des Bewusstseins erfolgt durch entweder Gefühle (Emotionen), oder durch den rationalen Verstand, also der Vernunft. Das Verhältnis von Emotionen und Vernunft entscheidet darüber, wie sich die erfahrenen Eindrucke auf die geistigen Vorgänge und letztendlich auf die Verhaltensmuster und Persönlichkeit eines Individuums auswirken.

Wo liegt das Problem?
Das Bewusstsein gab den Menschen die Fähigkeit, sinnliche Eindrücke wahlweise zu verarbeiten und sich, mittels reiner Denkvorgänge, an neue Situationen rapide anzupassen und strategisch zu planen (konzeptionelles Vorausdenken) – ohne die Notwendigkeit einer langen Evolution seiner Instinkte. Als Spezies konnte der Urmensch nur überleben, durch sein Vermögen, reale Umstände zu erkennen und entsprechend rational zu handeln.

Lügen bedeutet eine Verneinung der Realität, wobei die Vernunft durch Emotionen und Scheinwelten ersetzt werden. Dies reduziert den Verstand auf ein rein perzeptives Denken. Dabei handelt es sich um bloßes Erkennen von Objekten und Abläufen, ohne die daraus resultierenden Konsequenzen und Kausalitäten auch zu verstehen. Realität und Wahrheit spielen für den perzeptiven Geist keine Rolle mehr, ausser als Teil seiner Zweckerfüllung.

Menschen, die zum konzeptionellen Denken unfähig sind – weil sie es entweder nicht erlernten, oder zu bequem sind sich den perzeptiven Eindrücken zu widersetzen – verlieren den Zugang zu Vernunft und Logik. Als erstes Anzeichen, erliegen sie der Versuchung sich eigene Regeln für die Anwendung dieser Begriffe zu schaffen. Jedoch, diese selbst-gemachten Regeln entstehen außerhalb der Vernunft, im emotionellen Bereich.

Politiker und Parlamentarier bieten eine exzellente Studie für den Verlust der Realität. Sie betrügen ihr eigenes Bewusstsein, indem sie Vernunft und Wahrheit durch Gefühl und Glaube ersetzen. Gustave Le Bon beschrieb, wie Gruppen nicht durch Vernunft und Fakten erreichbar sind, sondern durch emotionelle Bestätigung („Psychologie der Massen“,1895). Populäre Kenntnis lässt die Gefühle im Magen (Bauchgefühl) entstehen und Politiker wissen, dass jeder einen Bauch besitzt, aber scheinbar nur die wenigsten ein Hirn.

Geistiger Verfall
Nachdem das perzeptive Denken zur Gewohnheit wurde, folgt als nächste Stufe der Pragmatismus.
In seiner Beschreibung der idealen Republik, lässt Niccolo Machiavelli sich von den Prämissen einer äußersten Form des Pragmatismus leiten, der das praktische Handeln über die axiomatische Vernunft stellt. (Der Begriff Pragmatismus wurde zum ersten mal Ende des 19. Jahrh. von dem amerikanischen Philosophen William James veröffentlicht). Machiavelli lässt in seinem Werk kaum einen Raum für ethische Aspekte: „Der politische Pragmatismus ist die einzige Grundlage staatlicher Handlungen und für die Beurteilung seiner Herrscher über gut und böse. Die Bürger verschwinden im Staat und der einzelne in der Allgemeinheit, Lebensweise und Handlungen der Fürsten und Heerführer bestimmen das Schicksal der Gesamtheit.“ Klingt vertraut?

Endstadium
Pragmatismus endet schliesslich in geistiger Rationalisierung, gewissermassen die Endstufe zur Abkehr von Wahrheit und Realität. “Rationalisierung ist eine nachträgliche verstandesmäßige Rechtfertigung eines aus irrationalen oder triebhaften Motiven erwachsenen Verhaltens“ (Duden). Es handelt sich um einen Prozess der Verdrängung oder Unterdrückung: Gefühlen werden andere Identitäten erteilt und ausschweifende Erklärungen und Begründungen erfunden, um wahre Motive zu verstecken; nicht nur vor anderen, sondern hauptsächlich vor dem eigenen Bewusstsein.

Was den Einzelnen betrifft, geht es bei Wahrheit und Realität nicht nur um das eigene Gewissen, sondern um die Reinhaltung und Brauchbarkeit der wichtigsten geistigen Funktionen. Perzeptives Denken, Pragmatismus und Rationalisierung sind der Hauptgrund für die irrationalen Ansichten, dummen Sprüche und unsinnigen Handlungen in der Politik und von Personen mit hoher Bildung und Fachwissen.

Wenn man die Vernunft für seine Urteile ablehnt, bleibt als Alternative nur die Gefühle. Wenn aber unser Denken von Nutzen sein soll, muss dieser Prozess von Logik geleitet werden. Vernunft und Realität auch nur im Geringsten aufzugeben, gleicht einer totalen Aufgabe des Bewusstseins. Entweder ist die Vernunft ein Absolut im Geiste, oder nicht. Wenn nicht, dann wo ist die Linie zu ziehen? Lügen, Halbwahrheiten und Täuschung sind ein Siechtum, welches kein System straflos erträgt. Die politischen Entscheidungen scheinen das zu beweisen.

Realität und Wahrheit sind die prinzipiellen Wegweiser für einen gerechten Umgang mit anderen sowie einer rationalen, menschlichen Politik. Wer die Wahrheit nicht mehr erkennt und seine Vernunft verwirft, der findet sie nicht wieder, wenn er sie am dringendsten braucht!

If you have a false relationship with reality, how can you do anything but fail?“ (Jordan Peterson)

10 Gedanken zu „EIN HAUCH VON WAHRHEIT

  1. Pingback: Woanders gelesen: EIN HAUCH VON WAHRHEIT | Deutsche Ecke

  2. Die Ratio wird nach aktuellem Stand der Hirnforschung bei weitem überschätzt und bestimmt nur zu einem relativ geringen Teil menschliches Handeln und Entscheiden. Ohne die Fähigkeit zur, pardong, Selbstverarsche ist der Mensch nur noch bedingt lebensfähig, da das Teil seines kognitiven Selbstschutzprogramms ist. Siehe Depressive, die ihre Situation, entgegen dem Klischee, meist sehr realistisch einschätzen, nur hilft ihnen gerade das nicht weiter, im Gegenteil. Wenn also jemand meint, er wäre, entgegen allen Realitäten, ein von reiner Vernunft und Ratio geleitetes Wesen, ergibt das so besehen schon seinen Sinn. Also weitermachen.

    • Danke für Ihren interessanten Kommentar.
      In vielen Texten über die Vernunft, wird diese „wissenschaftlich“ enteignet – und durch welches Mittel sollte man zu diesen Schlüssen kommen? Richtig, durch Vernunft und Logik! Hauptschuldige sind Glaube und politische Korrektheit (Altruismus). Wenn der Mensch nur durch Selbsttäuschung lebensfähig ist, hat dies eher soziale Ursprünge. In einer Gesellschaft, die überwiegend durch Emotionen (oder Glaube) funktioniert, hat es eine rationale Person schwieriger.

      „…meint, er wäre, entgegen allen Realitäten, ein von reiner Vernunft … geleitetes Wesen…“
      Die Vernunft erkennt nur die Realität und das Gesetz der Identität als Basis für ethisches und zielgerechtes Handeln.
      MFG

  3. „Wenn der Mensch nur durch Selbsttäuschung lebensfähig ist, hat dies eher soziale Ursprünge.“

    Es hat meiner Ansicht nach wohl eher evolutionäre Ursprünge, unser Gehirn und damit unser Bewusstsein haben sich eben dahingehend entwickelt, dass sie uns mittels positiver Selbsttäuschung durch den Tag bringen und uns die Realitäten rosig tönen. Der Gag dabei ist, dass das alles weitestgehend unbewusst abläuft, das muss man vom bewussten Lügen trennen, wobei interessant ist, dass dieses, wie Sie völlig richtig dargelegt haben, dann i.d.R. einen beträchtlichen Energieaufwand erfordert und gegen einen inneren Widerstand erfolgt. Das könnte darin begründet liegen, dass dieser unbewusste Mechanismus in uns wie ein kleiner „Helden-Macher“ funktioniert: Er macht uns über unbewusste Selbsttäuschung zum „Helden“ in unserer Story, in dem er alles so interpretiert, dass es unser Ego stützt. Was passiert, wenn dieser Mechanismus defekt ist, kann man an Depressiven sehen – meist ist mangelnder Realitätsbezug eben nicht das Problem. Bewusst lügen fühlt sich aber nicht gut an, da es sich mit einem positiven Selbstbild schwer vereinbaren lässt, daher die Anstrengung und der innere Widerstand dabei. Da hat der innere Heldenmacher dann wieder was zu tun…^^

    „und durch welches Mittel sollte man zu diesen Schlüssen kommen? Richtig, durch Vernunft und Logik! “

    Ja, genau! Wird von mir keineswegs bestritten. Ich streite ja nicht die Existenz einer Ratio an sich ab, sondern meine nur, dass sie in Bezug auf das menschliche Denken und Handeln gemeinhin weit überschätzt wird, und das gerne von denen, die sich Vernunft und Ratio als einzig zulässige Handelsmaxime auf die Fahnen schreiben. Klar kommt man, wie Sie sagen, durch „Vernunft und Logik“ zu solchen Schlüssen, was aber keinesfalls bedeutet, dass man dann vor diesen Prozessen gefeit ist! Das ganze ist ausgesprochen „tricky“. Mir persönlich ist das alles wenigstens soweit bewusst, dass ich mich immer wieder dabei ertappe, wie ich automatisch gedanklich Dinge so sortiere, dass sie in mein Weltbild passen, bzw. mir die Realität passend mache, aber es ist wohl so, dass diese Prozesse insgesamt zum Großteil nicht steuerbar und nicht unter das Joch einer Ratio zu zwingen sind. Ich würde sagen, dass es von Vernunft zeugt, zu erkennen und zu akzeptieren, dass der Mensch zum Großteil ein irrationales Wesen ist. Ein gutes Beispiel ist für mich die „Skeptikerbewegung“. Diese Leute proklamieren, dass sie sich allein der Vernunft und Logik und der rationalen Wissenschaftlichkeit verbunden fühlen, dabei aber offensichtlich nicht erkennen, dass sie in ihrer Ratiomanie schon in einen quasi-religiösen Irrationalismus verfallen sind.

    • Danke fuer Ihren Kommentar.
      „…evolutionäre Ursprünge, unser Gehirn und damit unser Bewusstsein haben sich eben dahingehend entwickelt, dass sie uns mittels positiver Selbsttäuschung durch den Tag bringen…“
      Sie scheinen da Begrifflichkeiten zu verwechseln. Der physiologische Vorgang geschieht durch evolutionäre Anpassung, aber die Ursachen sind sozial (z.B. im Gegensatz zu Klima oder Geographie).

      „…Was passiert, wenn dieser Mechanismus defekt ist, kann man an Depressiven sehen…“
      Unser Essay basiert auf dem mehrheitlichen Durchschnitt, medizinische Sonderfälle blieben unbeachtet

      „…Ich streite ja nicht die Existenz einer Ratio an sich ab, sondern meine nur, dass sie in Bezug auf das menschliche Denken und Handeln gemeinhin weit überschätzt wird,…“
      In welch anderem Bezug kann die Ratio denn noch stehen?
      Und im Gegenteil: Die Vernunft wird systematisch in unserem öffentlichen Umfeld unterdrückt und die Emotionen gefördert, besonders von der Politik, da gefühlsgesteuerte Menschen neben leichter steuerbar sind.

      „…wie ich automatisch gedanklich Dinge so sortiere, dass sie in mein Weltbild passen, Ich würde sagen, dass es von Vernunft zeugt, zu erkennen und zu akzeptieren, dass der Mensch zum Großteil ein irrationales Wesen ist…“
      Mitnichten: die Vernunft Unterscheidet den Menschen vom Tier. Diesen Prozess den Sie erleben, ist der Schritt zur Rationalisierung, wie er unter „Endstadium“ in unserem Essay beschrieben wird.
      Zwischen Vernunft und Emotionen besteht keine Dichotomie. Emotionen sind kein Feind des rationalen Menschen, durch sie kann er sein Leben geniessen (Aquinat, Feuerbach, Goethe) aber sie übernehmen nicht die Führung.

      Hier noch ein Link, der Sie dazu vielleicht interessiert:
      https://huaxinghui.wordpress.com/2018/08/01/vernunft-tod-die-logik-des-samurai/

      „Verleugne nur Vernunft und Wissenschaft, schon habe ich dich unbedingt…“ (Faust, Teil I, Goethe)

      HG

  4. „…Was passiert, wenn dieser Mechanismus defekt ist, kann man an Depressiven sehen…“
    Unser Essay basiert auf dem mehrheitlichen Durchschnitt, medizinische Sonderfälle blieben unbeachtet

    *

    Ja, beim „menschlichen Durchschnitt“ funktioniert dieser Mechanismus eben. „Medizinische Sonderfälle“ veranschaulichen was passiert, wenn er ausfällt. Und entgegen der geläufigen Vulgärpsychologie erfassen Depressive meist ihre Lebenssituation durchaus rational in allen Konsequenzen, weshalb sie, eine entsprechend ausgebildete Ratio beim Beobachter vorausgesetzt, durchaus Beachtung verdienen.

    *
    „…Ich streite ja nicht die Existenz einer Ratio an sich ab, sondern meine nur, dass sie in Bezug auf das menschliche Denken und Handeln gemeinhin weit überschätzt wird,…“
    In welch anderem Bezug kann die Ratio denn noch stehen?

    *
    Das ist eigentlich nicht die Frage. Die Ratio steht ja im Bezug dazu, wird aber bei weitem überschätzt, da unbewusste Impulse eine führende Rolle einnehmen. In so fern ist z.B. das Bild vom rein rational handelnden „Homo Ökonomikus“ ein irrationales Konstrukt, das es in der Realität nicht gibt und nicht geben kann. Böse Zungen drücken das so aus, dass die Ratio lediglich so etwas wie die Benutzeroberfläche für das Unbewusste ist, diesem in komplexen Situationen die Handlungsoptionen zeigt, dabei aber selbst nichts zu melden hat, da die Auswahl auf der Ebene des Unbewussten und der Gefühle getroffen wird. Demnach sind diese letztlich auch dafür verantwortlich, wenn jemand das hohe Lied auf die Ratio singt.

    • Nochmals: Vernunft ist jedem Menschen gegeben, ob und wieweit er sie benutzt, entscheidet das Individuum. Es gibt instinktive Handlungen, die man nur solange zulassen sollte, wie die Vernunft versagt (z.B. steuert ein Pilot sein Flugzeug nach Wissen und Vernunft. In einer Notsituation, die total ausserhalb jeglicher Erfahrung und rationeller Gegebenheit liegt, hat er nur die Moeglichkeit, nach bestem Instinkt zu handeln (diese lassen sich in gewissem Masse aneignen, basieren dann aber auch auf der Vernunft eines geeigneten Training-Programms).

      • Zu Ihrem Beispiel mit dem Piloten, der sein Flugzeug „nach Wissen und Vernunft“ steuert, fällt mir ein, dass Sie weiter oben den Besitz einer „Vernunft“ für das wesentliche Unterscheidungsmerkmal zwischen Mensch und Tier bezeichnen. Nehmen wir also ein Beispiel aus dem Tierreich. Elefanten sind bekanntermaßen ziemlich intelligent, sozial veranlagt und lernen ein Leben lang. Eine Elefantenherde besteht normalerweise aus miteinander verwandten Weibchen und ihren Kälbern und wird von der ältesten und erfahrensten Kuh geführt. Die Tiere unternehmen da, wo sie die Möglichkeit dazu haben, sehr lange saisonale Wanderungen auf der Suche nach Wasser und Futter. Man geht mittlerweile davon aus, dass das Leittier, die „Matriarchin“, eine Art „Landkarte“ gespeichert haben muss, in der sämtliche Wasserstellen, Nahrungsquellen und potentielle Gefahrenzonen verzeichnet sind. Die anderen Tiere wissen um die Fähigkeiten der Matriarchin, weshalb sie dieser vertrauen und ihr folgen. Das Wissen und die Fähigkeiten der Matriarchin sind für die übrige Herde so essentiell, dass ihr Tod unter Umständen den Rest der Herde in arge Bedrängnis bringen kann. Könnte man nun daraus nicht folgern, dass auch Elefanten vernunftbegabte Wesen sind, da die Matriarchin ihre Herde nach „Wissen und Vernunft“ führt während die Herdenmitglieder ihr eben in Kenntnis ihrer Fähigkeiten folgen?

      • Haben uns schon Ihre Replik gedacht.
        Vernunft ruht in Bewusstsein und erfordert konzeptionelles, abstraktes Denken. Vernunft funktioniert also bewusst.
        Wissen, angeeignet durch epistemologischen Prozess, hat wenig mit gespeicherter oder genetisch uebertragener Erfahrung der Tiere gemeinsam. Auch niedere Insekten, oder Meersetiere z.B. finden finden Nahrung, jagen und schliessen Symbiosen, etc. nicht auf der Basis von Bewusstsein.

  5. „…evolutionäre Ursprünge, unser Gehirn und damit unser Bewusstsein haben sich eben dahingehend entwickelt, dass sie uns mittels positiver Selbsttäuschung durch den Tag bringen…“

    Sie scheinen da Begrifflichkeiten zu verwechseln. Der physiologische Vorgang geschieht durch evolutionäre Anpassung, aber die Ursachen sind sozial (z.B. im Gegensatz zu Klima oder Geographie).

    *
    Das kann man nicht strikt trennen, da auch das Sozialverhalten eine Folge evolutionärer Anpassungen ist. Für viele Evolutionsbiologen setzen die Hebel der Evolution auch eher innerhalb der Art/Gruppe (also Konkurrenz der Individuen um Rang und Fortpflanzung) an und weniger bei den äußeren Faktoren.

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