PRODUKTIVITÄT UND STOLZ

Die drei ethischen Hauptwerte des Objektivisten sind: Vernunft, Zweckerfüllung und Selbstachtung. Die entsprechenden Tugenden sind: Vernünftigkeit, Produktivität und Stolz. Produktivität oder produktive Tätigkeit (auch im geistigen Sinne) ist der zentrale Sinn & Zweck des Lebens eines rationalen Geschöpfes; sie ist der zentrale Wert, welcher alle anderen Werte integriert und deren Hierarchie bestimmt. Die Vernunft ist der Ursprung, die Vorbedingung für unser produktives Schaffen –der Stolz ist das Resultat.

Rationalität ist die prinzipielle Tugend eines Menschen und der Ursprung aller anderen Tugenden. Der Menschen schlimmstes Laster und die Quelle aller Übel, sind Taten seiner unkonzentrierten, verwirrten Sinne und Gedanken, die Aussetzung seines Bewusstseins – keine Blindheit, aber geistige Abwendung, keine Ignoranz, aber die Weigerung zu verstehen. Irrationalität ist die Ablehnung der Überlebensfähigkeit und Antithese des menschlichen Seins. Die Tugend der Vernünftigkeit bedeutet die Anerkennung und Akzeptanz der Vernunft als einziger Ursprung des Wissens und der Beurteilung von Werten. Sie ist unser einziger Wegweiser für unsere Taten.

Die Tugend der Produktivität ist die Erkennung der Tatsache, dass produktive Arbeit den Prozess bildet mit dem der Verstand (Geist) des Menschen dessen Leben erhält. Sie ist der Weg zu grenzenlosen Leistungen und erfordert die höchsten Charaktereigenschaften: Kreativität, Weitsichtigkeit und Ehrgeiz und des Menschen Weigerung, unfreiwillig Katastrophen hinzunehmen. Dabei ist weder das Maß der Fähigkeit eines Menschen, noch der Umfang seiner Arbeit entscheidend, sondern der umfassende und zielgerichtete Einsatz aller seiner Sinne und Talente. [Anmerkung: dies ist also keine eugenische Einstufung einer Person nach dem Umfang seiner geschaffenen materiellen Werte; sondern nach dem Grade, mit dem er seine mitgegebenen Fakultäten eingesetzt hat.]

Die Tugend des Stolzes ist die Erkenntnis, dass wir das Produkt unserer erschaffenen Werte sind und dass wir die materiellen Dinge, die zu unserem Lebensunterhalt erforderlich sind, auch selbst produzieren (oder verdienen) müssen. “Moralischer Ehrgeiz” heißt, dass man sich das Recht, sich selbst als den höchsten Werte-Standard bei dem Erreichen seiner moralischen Perfektion einzusetzen, erst verdienen muss. Dies erreicht man unter anderem auch dadurch, in dem man –

 

  • niemals eine unverdiente Schuld akzeptiert,
  • – sich niemals passiv seinen eigenen Charaktermängel unterwirft,
  • – niemals an seiner Selbstachtung zweifelt,
  • – ein irrationalen Werte-System ablehnt und
  • – sich jeglicher Forderung widersetzt, die Rolle eines Opferlamms anzunehmen.

Erfolgreiche Lebensführung, geistige Fähigkeiten und Selbstachtung erfordern also Stolz. Obwohl “traditionelle Moralität lehrt, dass Bescheidenheit die größte Tugend sei, ist intellektueller Stolz keine Frage der Allwissenheit, Selbstgerechtigkeit oder Unfehlbarkeit. Im Gegenteil, gerade weil der Mensch um sein Wissen und seine Erfahrungen mühsam kämpfen muss und Verantwortung auf sich nimmt, braucht er diesen Stolz als “Maßstab” für seinen Erfolg.

Das Gegenteil eines Menschen mit einem aus Selbstachtung geborenen Stolzes, ist der Prahler, Täuscher und Angeber, der diese Attribute aus nicht erbrachten Leistungen herzuleiten versucht und eben keinen Stolz besitzt! So ein Mensch hat den erniedrigendsten Weg gewählt, für seine eigene Demütigung. Stolz jedoch ist die Fähigkeit Werte zu schaffen und Genugtuung zu fühlen in seine eigenen Errungenschaften.

6 Gedanken zu „PRODUKTIVITÄT UND STOLZ

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