DIE DEUTSCHEN OPFER DES PRAGMATISMUS I.

[Eine Analyse des geistigen Zerfalls in 2 Teilen]
Die Opfer ihrer Schuld
Die Deutschen befinden sich wieder in ihrer liebsten Rolle – der des Opfers. Allerdings sind sie diesmal in ihre Lage weder hineingerutscht noch hineingedrängt worden; sie haben sich in diese Rolle systematisch und bewusst rein-gelebt, rein-gewählt und rein-argumentiert. Deshalb besteht wenig Hoffnung, dass die Mehrzahl frühzeitig zur Besinnung kommen und ihren Weg zurück in die Vernunft finden wird.

Die meisten dieser Menschen aber, haben Schwierigkeiten mit dem konzeptuellen Denken und sind einzig und allein Opfer ihrer Perzeption, der darauffolgenden Rationalisierung – und schließlich des Pragmatismus. Warum so viele Deutsche (insbesondere Politiker) ihr Leben in einer Mixtur von Schuld und Zynismus verbringen ist, weil sie auf der einen Seite selbst nicht vom sozialen Altruismus überzeugt sind (Zynismus) – und auf der anderen, weil sie nicht wagen dagegen zu handeln (Schuldgefühle). Der Durchschnitts-Deutsche wird mit einer doppelten Portion von Schuldgefühlen geboren: 1. Der Christlichen Erbsünde und 2. Der Erbschuld ihrer „jüngsten Vergangenheit“. Eine einfache Weise um Schuldgefühlen zu entkommen ist sich selbst zum Opfer zu zählen – das ideale Opfer ist derjenige, derbeide Seiten dieser Emotionen kennt.

Gelegenheiten für den leidenswilligen Bürger haben sich über Jahrzehnte angehäuft:
Die Handlungen und Fehltritte seiner Politiker, die Ergebnisse des Parteien- und Wahlrechts, die verschwenderische europäische Bürokratie, der Souveränitätsverlust, der US- Imperialismus, die Banken- und Finanzkrise, das Falschgeldsystem, die Großindustrie und Steuerhinterzieher. Am meisten jedoch, der Kapitalismus und seine gierigen Drahtzieher.

Dabei kämpft der „gute“ Deutsche ebenso für andere „sozial Schwache“, für die „Unterprivilegierten“ und Asylsuchenden; sowie für alle anderen Dinge, auf die der moderne Mensch Anspruch erhebt und – damit es einklagbar wird – der Einfachheit halber gleich als „Menschenrecht“ deklariert: z.B. eine Ozonloch-freie Atmosphäre, saubere Luft, ökologische Lebensmittel und Eier aus der Bodenhaltung, einen (angemessenen) Arbeitsplatz, Mindestlöhne, „bezahlbaren“ Wohnraum in den Metropolen, Hilfe bei der Erziehung seiner Kinder, Jahresurlaub, einen angenehmen Ruhestand und generell eine Lebensweise die sich jeder produktive und erfolgreiche Mensch (von den Unternehmern ganz zu schweigen) so leistet. Es wird an einer Welt gebaut, die zunehmend aus Rechten besteht, aber immer weniger aus persönlicher Verantwortung, außer der einen Hauptpflicht – ohne die es ja diese Ansprüche nicht gäbe: Die Forderung aller Rechte für die „Allgemeinheit“ (Allgemeinwohl).

Als Gründe dafür, gelten Dinge wie Humanität, soziale Gerechtigkeit, soziale Verantwortung, menschliche Pflicht, Gleichberechtigung, und Mitgefühl. Diese Begriffe sind das moralische Blaulicht und Martinshorn auf der Ambulanz der Nächstenliebe: Mit ihnen rast man schnellstens durch Einwände und Bedenken – freie Fahrt durch argumentative Barrieren und die StVO der vernünftigen Diskussionen wird suspendiert. Wer nicht „mitschuldig“ werden will macht besser schnell und fraglos Platz; die Opfer drohen mit weiteren Schuldgefühlen – Kern eines schizophrenen Verhaltens. Ethische und rationale Bedenken müssen den „guten Absichten“ weichen, Begriffe aus dem Bereich der Willkür und der Emotionen bestimmen die Politik.

Die Vernunft wird rechts
Emotionen sind keine Werkzeuge der Erkenntnis. Wenn eine Theorie unfähig zur Realität ist, nach welchem Standard kann sie dann als „gut“ bezeichnet werden? Die Vernunft ist das einzige Mittel um Wissen und Erkenntnisse zu erwerben und die Logik ist die Methode durch welche man die Vernunft anwendet. Nun gibt es immer mehr Menschen, die sich von der Realität und der Wahrheit abwenden möchten, um ihnen die Qual der Vernunft zu ersparen und um ohne Syllogismen auszukommen. Von dieser Gruppe vernimmt man Sprüche wie: „Das mag Deine Wahrheit sein, aber nicht meine“. Dieselbe Sache und in gleichem Bezug kann natürlich nicht wahr und unwahr gleichzeitig sein – Vernunft folgt dem Gesetz der Identität.

Für diese Menschen bedeutet dies auch, dass es keine objektiv erkennbare Realität gibt und damit auch nicht so etwas wie „Wahrheit“. Wenn Realität nichts mit Logik zu tun haben sollte, durch welchen Prozess haben sie dies dann entdeckt? Bestimmt durch eine unlogische Folgerung! „Seien Sie sich nicht so sicher – niemand kann Gewissheit über etwas besitzen“, schwafelte auch B. Russell. Diese Aussage bezieht sich allerdings selbst mit ein: man kann also keine Gewissheit darüber haben, dass man keine Gewissheit über irgend etwas haben kann! (Siehe auch Wittgensteins Abhandlung „On Certainty“). Dies würde dann bedeuten, dass es für den Menschen unmöglich wäre irgendein Wissen oder eine Erkenntnis zu erlangen – die Menschen wären „bewusst-los“, wunderbar!

Es ist wie in der (schon betagten) Geschichte von dem Anstaltsarzt und dem Wärter. Dieser berichtet von einem Geisteskranken der meint er sei ein Huhn. Der Psychiater macht dem Aufseher Hoffnung: Er kenne eine sichere Methode um dem Asylinsassen seinen Wahn auszutreiben; worauf der Wärter die Therapie des Arztes mit dem Einwand ablehnt, er wolle aber nicht auf die Eier verzichten!

Unterstützung bekommen die Söldner der Humanität von der politischen Korrektheit. Die einfachen Formeln lauten: Sozial+Gleichheit=Moralität, Vernunft+rationale Argumente=Faschismus. “Rationalität” und “Vernunft” werden zu Werkzeuge rechter Intoleranz erklärt und durch Begriffe sozialer Anpassung ersetzt. So ähnlich verkaufte auch der ehemalige Salon-Philosoph der Linken manch unsinnige Weisheiten, wie: “Die Wissenschaft ist ein Werkzeug der Unterdrückung” und “…so wird das Denken zum Komplizen der Herrschaft”, meinte Theodor W. Adorno in seiner “Negativen Dialektik”. Traditionell hatte die Linke die aufgeklärte Vernunft schon länger bekämpft (Foucault hatte sie geradezu gehasst), da sie einer staatlichen Steuerung der Gesellschaft im Wege steht.

Der Kapitalismus, beispielsweise ist „faschistisch“, weil er auf rationalen, vernünftigen Prämissen baut. Seine Kritiker wollen nicht eingestehen, dass die Quelle seiner hässlichen Auswüchse nicht in seinem Konzept liegen, sondern in den Eingriffen des Staates, um eben die irrationalen Forderungen eines „Sozialstaates“ zu bedienen. Durch das Einordnen ins rechte Lager erspart man sich lästige Debatten. Die vorherrschende perzeptive Mentalität verhindert dabei auch die Sicht auf die Tatsache, dass der Kapitalismus unter dem Faschismus ebenso wie unter dem Kommunismus weitgehend der Verstaatlichung unterworfen war – und dass der Kapitalismus mit persönlicher Freiheit in einem wesentlich engeren Verhältnis steht als jegliche Staatsform.

Die Verneinung des Gesetzes der Identität erlaubt den Altruisten die Identität des Individuums zu unterdrücken. Es erlaubt ihnen, die Tatsache zu umgehen, dass die Vernunft sein Werkzeug des Überlebens ist und die Intelligenz die Quelle seiner Produktivität. Intelligenz ist die Fähigkeit die Tatsachen der Realität zu erfassen, zu verarbeiten und mit ihnen langfristig und konzeptuell umzugehen. Basierend auf dem Axiom des existenziellen Ursprungs, ist die Intelligenz des Menschen wertvollstes Attribut. Diese hat aber leider keinen Platz in einer Gesellschaft geregelt durch das Primat der Perzeption – der größte Feind der Intelligenz. Diese wird systematisch ausgelöscht in einer wachsenden Flut selbstgefälliger und scheinheiliger Irrationalität.

Ein Gehirn kann nicht seine eigene Umwandlung projizieren; ein Genie sich nicht in den Status eines Idioten verwandeln und umgekehrt. Die Bedürfnisse eines Idioten und eines Genies sind nicht identisch und ein Genie reduziert auf das Niveau eines Idioten würde in unvorstellbaren Qualen verenden. Ein Idiot wiederum, erhöht auf den Status eines Genies würde Graffiti auf den Bildschirm seines Computers sprühen und an Hunger sterben.

Das scheint bei denjenigen abzuprallen, die das Gesetz der Identität verworfen haben (und damit die Realität), die gleiche Resultate von allen fordern – ungeachtet der unterschiedlichen Voraussetzungen – und die vorschlagen, die metaphysischen Fakten durch die Macht der Willkür oder gar gesetzlicher Gewalt zu ändern.

Kants Dichotomie – Retter des Altruismus
Der ewige Verdienst der Philosophie von Immanuel Kant ist, dass sie erstmalig eine eindeutige Trennung zwischen Wissen und Glaube vollzog. Sie belässt der Wissenschaft ungehindert die gesamte Welt der Phänomene und konserviert, auf der anderen Seite, das ewige Recht des Glaubens zur Interpretation des Lebens und der Welt vom Standpunkt der Ethik. Die „Geist-Körper Dichotomie“ spaltete den Mensch in eine materielle Welt (die er selbst als nicht-real betrachtete) und behütete die Moral für die Gläubigen. Die kantische Aufteilung ermöglicht es zwar der menschlichen Vernunft die materielle Welt zu erobern, beseitigt aber die Vernunft von der Auswahl der Ziele welche für die materiellen Erfolge erforderlich sind. Nach Kant bedeutet dies, dass zielgerechte Handlungen, Entscheidungen und Wertsetzungen irrational bestimmt werden, durch den Glauben – nicht der Vernunft.

Nach grotesken Irrwegen über den Kommunismus und den Faschismus entstanden aus den philosophischen Konzepten des genialen Denkers endlich die reifen Früchte einer staatlichen Moral unter „demokratischen“ Bedingungen: Der überwiegende Teil der einflussreichsten europäischen Völker und ein Großteil der amerikanischen Supermacht haben der Vernunft und Konzeptualisierung entsagt und sich der Rationalisierung und des Pragmatismus verschrieben. Selbst die überwiegende Anzahl der Deutschen die über Karl Marx mehr wissen (oder zu wissen meinen) als über Kant, wurden zu überzeugten Jüngern dessen ungeheuerlichen aber genialen philosophischen Systems. Ungeheuerlich, weil es uns zu willenlosen „Pflicht-Erfüllern“ erzog; genial, weil es ihm gelang den Menschen die moralische Selbstverantwortung zu entziehen, unter der Illusion vermeintlich vernünftigen Verhaltens.

Die Platonische Linie der Philosophie wurde über Kant bis in die heutige Zeit verlängert und bildet die Grundlagen für die gedankliche Monstrosität – von G.W.F Hegel und W. James, über die Verschleierungen B. Russells und der Prämisse der allgemeinen Hirnlosigkeit von J. Rawls („A Theorie of Justice“), bis hin zur offenen Ablehnung der Vernunft z.B. durch K. Marx, M. Foucault, T.W. Adornos und anderer modernen Denkern, welche weiterhin eifrig die Aufweichung und Obfuskation realer Begriffe betreiben.

Die kantische Krönung der Pflicht und deren deontologische Ethik erfahren einen neuen Höhepunkt durch den heutigen populistischen Sozial-Aktivismus. Die Urteilsfindung über gut und böse erfolgt gemäß reiner Perzeption und Rationalisierung – ohne den Gebrauch von Vernunft und der Fähigkeit der Konzeptualisierung. Ein gutes Beispiel ist eine Forderungen nach ungehinderter Einwanderung:

Ein gewisser Hein de Haas ist der Autor in einem Internet-Blog („menschenhandel heute“) mit einer Abhandlung betitelt: „Menschenschmuggel ist eine Reaktion auf Grenzkontrollen, nicht die Ursache der Migration“. Dieser Sophismus sollte uns zu dem „logischen“ Schluss führen, dass eine einfache Aufhebung der Grenzkontrollen das Problem der „Migration“ beseitigt – so ließe sich wohl auch das Problem des Drogenschmuggels lösen.

(Man beobachte, wie die Voodoo-Priester des Allgemeinwohls mehr Gerechtigkeit durch willkürlichen Gesetzesbruch propagieren – ein Paradigma pathologischer Schizophrenie und sozialer Neurose). Durch Abschaffung des StGB und der Strafverfolgungsbehörden könnten wir uns „über Nacht“ der Kriminalität auf ewig entledigen. De Haas bagatellisiert weiterhin die finanziellen, sozialen und kulturellen Auswirkungen der illegalen Einwanderung in seinem Werk mit dem problemlösenden Titel „Mythos der Invasion“. Im folgenden Text wiederholt er sein „syllogistisches“ Juwel: „Maßnahmen zur Bekämpfung illegaler Migranten sind zum Scheitern verurteilt, weil sie eben zu den Ursachen des Phänomens gehören“. Vielleicht ist es de Haas klar (vielleicht auch nicht), dass er damit für den Gesetzesbruch aus ethischen Gründen plädiert, Ländergrenzen ad absurdum führt, die Aufgabe nationaler Souveränitäten fordert und somit auch die Hinfälligkeit internationaler Pass-und Visa-Protokolle. Nach de Haas hätte zunächst ein Afrikanischer illegaler Immigrant mehr Rechte als z.B. ein Chinese, der sich mit seinen ordnungsgemäßen Papieren auf dem Frankfurter Flughafen in die Reihe stellt.

Dies sind typische geistige Resultate von Menschen, bei denen Konzeptualisierung und die Fähigkeit der Anwendung der Vernunft ersetzt wurden durch die Perzeption einer „moralischen Pflicht“. Nach der rationalen Ethik jedoch ist es Kausalität – nicht Pflicht – welches als Leitprinzip zur Abwägung von Entscheidungen dient.

Sozial-Aktivisten verlangen immer mehr und größere Almosen für die Unproduktiven und tadeln, dass ihren Gegnern das Mitgefühl fehle. Mitgefühl als solches kann natürlich keinen Grashalm wachsen lassen, geschweige denn eine einzige Kartoffel. Mitleid ist ein moralischer Begriff und moralische Fragen – für den total kantischen Intellektuellen – sind unabhängig von materieller Realität. So glauben sie, es sei eine Aufgabe der Moralität Forderung zu stellen, welche die „Welt der materiellen Phänomene“ erfüllen müsse. Tatsächlich benötigt der Mensch Moralität um den richtigen Weg seines Lebens auf Erden zu entdecken; in Kants System jedoch, ist die Moral getrennt von jeglichen Bedenken der menschlichen Existenz.

Dabei ist den meisten dieser „humanitären“ Aktivisten und auch ihren Politikern der einzelne Mensch unwichtig. Ihnen geht es um die Durchsetzung ihrer persönlichen Interessen die sie auf das Allgemeinwohl projizieren um die Legitimität einer „soziale Gerechtigkeit“ zu errichten – egal, ob Einzelne oder andere Gruppen durch ihre Forderungen geschädigt werden oder ihnen nach geltendem Gesetz Unrecht widerfahren würde. Bezeichnenderweise schrieb Gudrun Ensslin, Hauptmitglied der linksextremen RAF (Baader-Meinhof Bande) 1968/69: „…diese bürgerliche Schizophrenie, dauernd zu tun was man nicht meint, geht so weit, dass man eine demokratische Gesellschaft will und gleichzeitig an einer faschistischen zimmert.“ Man könnte es heute nicht besser sagen.

Folgen des anti-konzeptuellen Denkens
Der anti-konzeptionelle Geist erkennt die meisten Dinge als nicht reduzierbare Prämissen und betrachtet sie als selbstverständlich. Er behandelt Konzepte als wären sie (gespeicherte) Wahrnehmungen. Er behandelt Abstraktionen als wären sie wahrgenommene Konkrete. Für diese Mentalität erscheint alles als vorgegeben: Der Ablauf der Zeit, die Jahreszeiten, die Institutionen der Ehe und der Erziehung, Fluten, Erdbeben, Revolutionen oder Bücher, sind alles Phänomene der gleichen Ordnung. Die Unterschiede zwischen dem Metaphysischen und vom Menschen geschaffenen ist für sie nicht nur unerkennbar, sondern auch nicht kommunizierbar.

Die beiden kardinalen Fragen des menschlichen Verstandes „warum?“ und „wofür?“ sind dem anti-konzeptuellen Gehirn fremd. Die Abwesenheit eines Interesses für das „warum“ verhindert die Bildung des Konzepts der Kausalität und isoliert von der Vergangenheit. Desinteresse für das „wofür“ eliminiert die Notwendigkeit langfristiger Ziele und isoliert von der Zukunft. Das Leben ist ein Kontinuum, mit der Fakultät der Konzeptualisierung als einziger Integrator. Für die „Opfer“ der Perzeption hat nur die Gegenwart einen Bezug zur Realität – Fragmente aus der Vergangenheit bleiben als eingefrorene, zufällige Chronik, ähnlich eines „small-talk“ aus der Erinnerung, ohne Zweck und Bedeutung. Auf der anderen Seite befindet sich die inhaltslose Zukunft – die nicht begriffen werden kann.

Ein Beispiel für die Isolation von der Vergangenheit sind die Schuld- und Demuts-lastigen Perioden der Deutschen Geschichte nach 1871. Man versteht heute die Symbole der Mayas, liest die Hieroglyphen der alten Ägypter wie die BILD und weiß die letzten Worte Jesu, aber man scheint bis heute noch nicht – mit absoluter Sicherheit – zu „wissen“ wer nun wirklich den 1. Weltkrieg angefangen hat? Dokumente, Transkripte und zeitgenössischen Berichte füllen Archive und Bibliotheken, nicht in Keilschrift oder Sanskrit für ein paar elitäre Linguisten, sondern in Deutsch und Englisch. Alles ist noch vorhanden und wartet auf konzeptuelle Gehirne. Die Rationalisten „wissen“ ja schon seit langem die „wirklichen“ Ursachen.

Perzeptive Mentalität verhindert jedoch die Erkenntnis der Kausalität; Fakten die der Geist für das Verständnis der Zusammenhänge benötigt, z.B.: der britische Handelsneid, die Rache für die Krüger-Depesche, das Französisch-Russische Abkommen, Englands Ärger über die Deutsche Interpretation des Yangtse-Abkommens, das Flottengesetz, Serbiens Angriffspläne, die Bagdad-Bahn, die Akte von Algeciras, das Marokko Abkommen, usw.

Die Tatsache, dass marxistische Theorien weltweit für den Tod von ca. 70 Millionen verantwortlich sind und für die miserablen Leben von mehreren Hunderten von Millionen Menschen bis in die heutige Zeit, lässt man gerne gegen den Faschismus verblassen. Dass Karl Marx – als der Stifter dieses monumentalen Unfugs – der größte Zerstörer von Werten in der Geschichte der Menschheit war ändert nichts daran, dass er bis heute von den geistigen Mitläufern der Perzeption und Rationalisierung gefeiert wird. Wie man auch zu der gegenwärtigen Mischwirtschaft stehen mag, zu den hässlichen Auswüchsen des Kapitalismus, den sozialen Missständen und Ungerechtigkeiten – die Akzeptanz auch nur einer einzigen marxistischen These zeugt von der bewussten Verleugnung der Vernunft und rationaler Ethik.

Im Geist einer anti-konzeptuellen Persönlichkeit ist der Vorgang der Integration ersetzt durch den Prozess der Assoziation. Was ihr Unterbewusstsein lagert und automatisch verarbeitet sind keine Ideen, sondern wahllose Anhäufungen von verschiedenen Konkreten, zufälligen Fakten und unidentifizierter Gefühlen, gestapelt in unmarkierten, nicht-kategorisierte gedanklichen Schubladen. Das funktioniert für einen Menschen, solange er mit anderen Menschen zu tun hat, die ähnliche gedankliche „Ablagen“ besitzen – und daher niemals eine Suche durch das gesamte System erforderlich wäre. Eine Person solcher Mentalität könnte zwar einige abstrakte Prinzipien halten oder sich zu geistigen Überzeugungen bekennen (ohne sich zu erinnern, wo oder wie er zu ihnen kam).

Aber, wenn er seine Ideen erklären müsste, wäre er verloren. Fragte man nach den Gründen seiner Überzeugungen käme heraus, dass diese einem hauchdünnen, leicht zerreißbaren Film gleichen, der über ein Vakuum schwebt. Man wäre schockiert von der Menge der Fragen, die sich ihm nie gestellt haben. Diese „Psycho-Epistemologie“ funktioniert solange keine ihrer Elemente herausgefordert werden, aber blanke Panik bricht aus wenn dies geschieht – dann wird nicht nur eine Idee angegriffen, sondern die gesamte geistige Struktur in Frage gestellt. Die Reaktionen reichen von Angst und sturer Ablehnung oder Verneinung bis zu aggressiver Bösartigkeit und Hass.

Mein besonderer Dank an Susanne Kablitz für ihre großzügige Hilfe bei der Rezension und Edition des Essays. (http://susannekablitz.wordpress.com/).

12 Gedanken zu „DIE DEUTSCHEN OPFER DES PRAGMATISMUS I.

  1. „Nach de Haas hätte zunächst ein Afrikanischer illegaler Immigrant mehr Rechte als z.B. ein Chinese, der sich mit seinen ordnungsgemäßen Papieren auf dem Frankfurter Flughafen in die Reihe stellt.“

    Deswegen (und weil ich als echtes, aber von Hautfarbe und biologischer Herkunft „falsches“ Opfer abgebrannt bin) bekommt meine Verlobte z.B. kein Visum, damit sie auf dem Frankfurter Flughafen gar nicht erst in der Reihe steht.
    Denn sonst könnte ja jede(r) kommen.

    Außerdem ist in der Reihe stehen eine faschistische Unsitte.

    Man hat mir sogar (leider noch nicht schriftlich, beglaubigt und mit Unterschrift und Dienstsiegel versehen, damit ich damit laut „Marie Antoinette hat gesagt wir sollen Kuchen essen“ schreiend die Bastille stürmen kann) vorgeworfen, daß es rassistisch und „Haß verbreitend“ von mir sei, daß ich für meine sehr, sehr ausländische Verlobte diesselben „Rechte“ will, wie sie das grüne Schweinepack für alle Afrikaner will.

  2. Begriffserklärung: Kapitalismus bedeutet, durch Ausnutzung des Geldstreikmonopols und des daraus abgeleiteten Kapitalmonopols sowie des Bodenmonopols, Geld auf Kosten der Mehrarbeit anderer zu erpressen. Zum Privatkapitalismus, als einem Parasiten in der Marktwirtschaft, gibt es noch eine Steigerungsform, den Staatskapitalismus, der dann entsteht, wenn der „liebe Staat“ die Marktwirtschaft abschafft und sich aller Sachkapitalien bemächtigt:

    Irrtümer des Marxismus

    Marktwirtschaft bedeutet hingegen, mit eigener Arbeit – ob mit der Hand oder dem Kopf – Geld zu verdienen. Ungewollte Arbeitslosigkeit verschwindet und die Verdienstmöglichkeiten multiplizieren sich, sobald die Marktwirtschaft durch eine konstruktive Geldumlaufsicherung und ein allgemeines Bodennutzungsrecht vom parasitären Gegenprinzip des Privatkapitalismus befreit wird (monopolfreie Marktwirtschaft = echte Soziale Marktwirtschaft):

    Marktgerechtigkeit

    Begriffsverwirrung wird von denen betrieben, die Geld nicht verdienen, sondern entweder direkt oder auf Umwegen erpressen wollen, weil sie nichts anderes gelernt haben. Unterstützt wird die Begriffsverwirrung von der Religion, die eine naive „Moral“ mit den Denkschablonen „gut“ und „böse“ aufrechterhalten will, die in der monopolfreien Marktwirtschaft so überflüssig wird wie eine Taschenlampe bei Sonnenschein:

    Glaube Aberglaube Unglaube

  3. @ Stefan Wehmeier: der Gesell ist los und wird vom Keynes verfolgt!!! Kapitalismus und Marktwirtschaft sind ein und das gleiche, das will nur nicht in Ihren Kopf, weil Sie dann kein Feindbild mehr hätten mit dem Sie Ihre schwachsinnigen Theorien stützen können! Auch die Notwendigkeit der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes ist so dämlich, dass man es eigentlich gar nicht erwähnen sollte. Nur weil man das Geld herumreicht wie eine heiße Kartoffel, soll etwas besser werden? Sie haben etwas gegen Kapitalansammlung, in Ordnung! Aber ohne zu sparen kann man keine Werte schaffen, das müsste selbst in Ihren verbohrten Kopf reinpassen!

    • „Aber ohne zu sparen kann man keine Werte schaffen, das müsste selbst in Ihren verbohrten Kopf reinpassen!“

      Das können Sie getrost vergessen. Dieser „natürliche Wirtschaftsornung“ ist zum davon laufen. Die Argumente sind nicht stichhaltig und diejenigen die für Geld sind, sind sowieso nicht zu retten. Das Geld muß investiert werden und darf niemals nicht gespart werden. Wo der Unterschied zu der heutigen Ausgabenpolitik liegt, wird hinter Worthülsen vergraben.

      Es ist erstaunlich zu welchen geistigen Verrenkungen ein Mensch in der Lage ist…

      • @ Jules
        Wem es an rational – nachvollziehbaren Argumentationen fehlt, weil entweder nicht vorhanden, oder aber gewollt nicht propagiert, der bedient sich des persönlichen Angriffes mittels gut geschmiert- Synapsengängigen „Analogismen“ der populistischen „Schlagwörter“ des Mainstreams, also somit des Propagandaorgans des Schädlings.
        Bei Menschen wie sie es vorgeben zu sein (oder wirklich sind) stellt sich mir bereits lange nicht mehr die Frage nach den Motiven.
        Derartige „Wichtigkeiten“ anzunehmen, wäre in etwa dasselbe, wie Stiefeln beizubringen, humanistische Grundzüge anzunehmen, und keine Insekten auf ihren Wegen zu zertreten.
        Wünsche dennoch weiterhin fröhliches Existieren, ohne den Zwang einer letzten Frage wie, „ist es Nylon oder doch Leder“, je haben zu müssen.

      • Ach, Herr Wehmeier, die Erklärungen hören sich ja für den unbedarften Leser durchaus charmant an, machen die kurze Einführung noch schlimmer! Wunschdenken und Kapitalismus-Bashing ( obwohl man selbst nur Klischees bedient ) werden nicht dadurch besser, dass man sie in epischer Breite darlegt! Das verwirrt nur die Leser, was aber wahrscheinlich Absicht ist. Sonst wäre sehr schnell klar, was das für ein Geschwurbele ist! Sie adressieren an andere Naivität, dabei haben Sie nicht mehr zu bieten als sozialistischen bis kommunistischen Ideen nachzuhängen.

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