AUGUST-VERGLEICHE

Am 1. August 1914 erklärte Deutschland den Krieg an Russland.
Fünf Tage vor einem Vermittlungsvorschlag des Kaisers im österreichisch-serbischen Konflikt, dem 31. Juli, mobilisierte Russland 39 Divisionen an der Grenze zur Donaumonarchie. Zusammen mit den serbischen, standen 54 Divisionen gegen Wien.
Österreich hatte nur an der südlichen Grenze mit 24 Divisionen gegen Serbien teilmobilisiert. Der Zar befahl „Verteidigungsmaßnahmen“ gegen ein Land welches einen Angriff gar nicht geplant hatte.

Zuvor, 1912 drohte schon einmal der Krieg zwischen Wien und Moskau um Albanien. Im Dezember schrieb der Kanzler ein Memorandum an den Kaiser, der in seinen berühmten Marginalien den Inhalt kommentiert. Bethmann: „Dass ein Krieg mit Russland auch ein Krieg mit Frankreich bedeutet ist sicher, dagegen ist es…zweifelhaft, ob England aktiv eingreifen würde (Wilhelm: Ich zweifele keinen Augenblick daran), wenn Russland und Frankreich direkt als die Provozierenden erscheinen (Wilhelm: Die werden sich schon hüten, dass es so aussieht, mit Hilfe der bestochenen Pressen).

Das taktische Dilemma Deutschlands war, dass seine Mobilmachungspläne auf Schnelligkeit beruhten und keinen anhaltenden Zustand ermöglichten. Das Reich ging von einem nicht-mobilen Zustand in den Krieg über und konnte für Drohgebärden seine Truppenstärken nicht herauf oder herunterfahren. Es konnte nicht mobilisieren bevor der Krieg Gewissheit war. Dieser Punkt war genau bekannt: nämlich bis zu einer allgemeinen russischen Mobilmachung. Auch England hatte den Zaren daran erinnert. Sasonow antwortete: „Wenn Russland der Unterstützung Frankreichs sicher ist, wird es allen Kriegsgefahren ins Gesicht sehen“. Frankreich gab „Verteidigungsmaßnahmen“ zu; das Reich veranlasste praktisch noch keinerlei militärische Bewegungen.

Am 2. August mobilisiert England die Flotte; am 3. erklärt Deutschland den Krieg an Frankreich; am 4. erklärt England den Krieg an Deutschland; am 5. erklärt Österreich den Krieg an Russland; am 11./12. erklären Frankreich und England den Krieg an Österreich.

Die Kredite, die für die Kriegsführung des Deutschen Reichs nötig waren, wurden von allen großen Parteien des Reichstags bewilligt, inklusive der Sozialisten.
Während des Krieges stritt das Parlament über ein allgemeines Wahlrecht, die Parteien grenzen sich schärfer ab und reiben sich an Verfahrensfragen. Der Kriegseintritt Amerikas spaltet Deutschland in 2 Lager – die Friedensbewegung und Annektionisten.
Im Juli 1917 erhält Reichskanzler Bethmann-Hollweg die Zustimmung zur Aufnahme von Reichstagsmitglieder in die Regierung. In seiner ersten Rede fordert Erzberger (Zentrum) die Einstellung des U-Boot Kriegs.

Die Reichskanzler wechselten monatlich, bis Prinz Max von Baden, und die jetzt ausschlaggebenden Sozialisten hatten die „Kaiserfrage“ nicht gestellt; die wurde durch eine Note von Wilson geschaffen: Auf ein Ersuchen nach einem Waffenstillstand fragte er, „mit wem er es eigentlich zu tun habe…“ Seine zweite Note verlangte, „…dass die willkürliche Macht, die bisher Deutschland regiert…vernichtet werden müsse.“

Rathenau schrieb: „…dass die Räumung (aller besetzten Gebiete) einer bedingungslosen Übergabe gleichkäme…nichts Schlimmeres sei von einem Widerstand zu befürchten“.
Der Kanzler wurde von den Mehrheitssozialisten geleitet, der Kriegsminister sagte: „Wir regieren nicht, wir werden regiert“ Der Sozialist Noske: „Wenn der Kaiser geht, bekommen wir einen besseren Frieden.“ Die sozialistischen Triumphe ermutigen das revolutionäre Element – „die hungrigen Schafe schauen auf und werden nur mit der Ermunterung sich selber preiszugeben gefüttert.“ Der Kaiser drängt zur Einheit, keine seiner Ansprachen wird von der Regierung verbreitet.
Wilson
am 24. Oktober: „Die Macht des Königs von Preussen scheint unvermindert, und Amerika muss dann nicht Friedensverhandlungen, sondern Unterwerfung fordern.“
Wilhelm II. willigte ein, das Militär den Zivilbehörden zu unterstellen. Ludendorff sprach: „Wilsons Bedingungen sind für uns Soldaten unannehmbar und trat selbst zurück.

Am 1. November ergab sich die Türkei; am 3. November unterzeichnete Österreich einen Waffenstillstand, der den Alliierten erlaubte seine Straßen und Transporte zu benutzen. Die Alliierten berieten darüber, welche Bedingungen die Deutschen daran hindern würden, den Kampf wieder aufzunehmen und es den Alliierten erlaube den Frieden zu diktieren. Der britische Oberbefehlshaber Haig drang auf Mäßigung, „weil die Truppen der Entente außer Atem seien, und die deutsche Armee noch ungebrochen“. Bewaffnet und mit dem Rücken zur Wand – England wusste was es in solchem Falle getan hätte! Deutschland, jedoch, entsandte Erzberger und eine Abordnung anderer Zivilisten, um zu zeigen, dass es mit dem Militarismus vorbei war.

Am 7. November erklärte sich Bayern zur Republik. Der kaiserliche Staatssekretär Scheidemann, ein Sozialist, stellte seiner eigenen Regierung ein Ultimatum, in dem er unter anderem die Abdankung des Kaisers fordert. Am 8. November trifft die Nachricht ein, dass alle Rheinübergänge in den Händen der Aufständischen sei. Der Kaiser dankte ab und Ebert wird zum Reichskanzler ernannt. (Ludendorff: „Jeder dritte Deutsche ist ein Verräter“.)

Die Deutschen sind stets zerstritten in der Erhaltung ihrer Nation, aber einig in der Kapitulation.

Parallelen zur heutigen Zeit sind erkennbar. Neid, Missgunst, Philistertum, Besserwisserei und Schadenfreude, ohne nationale Einheit. Anbiederung an die falschen Verbündeten nach außen, und innerlich eine bewusst gesteuerte Spaltung der Gesellschaft: Ein selbsternanntes „fortschrittliches, humanistisches“ Lager, welches die nationale Souveränität an abstrakte – in der Idee längst bankrotte – Konstrukte abgibt, vermeintliche Toleranz bis zur Groteske zur Schau stellend, vor jedem ausländischen Dreck sich demütig verbeugend, bis die Stirn blutet, in ständiger historischer Selbstgeißelung. Monopolisten einer bürgerlichen, geheuchelten Moral, aber fähig zum Abgleiten in die perversesten Handlungen. Für sie bedeutet die deutsche Kultur nicht geistige und wissenschaftliche Errungenschaften, sondern nur aggressive wirtschaftliche Dominanz und lächerliche Traditionen.

Die anderen, oh ja, das sind die Nationalisten, deutsch-völkische Spinner, Reaktionäre, zurückgebliebene Konservative, die groß-industrielle Mafia, Bankiers und Spekulanten und und ausländerfeindliche Rassisten. Der aufrichtige Bürger vermutet den Feind in diesem faschistischen Gebräu, dabei ist es nur der Vorhof zu Dantes grün-bunter Hölle.

Und die Spieler beider Gruppen hängen an den gemeinsamen Fäden des judeo-angelsächsischen Kapitals. Ausländische Medien kontrollieren die deutschen Hirne wie anno 1914. Tirpitz‘ Kriegs-Flotte, der Dorn im Auge der Briten, ist Winterkorns Diesel-Flotte im Auge der USA heute. Im Orient sucht Deutschland nach den kläglichen Krümmel seines ehemaligen Einflusses. Ob Sultan Abdülhamid II. oder Pascha Erdogan, die Türkei blieb teutonischer Blinddarm. Die zwei kurzen Perioden deutscher Einigkeit, zwischen 1871 bis 1914, und 1949 bis zum Ende des Wirtschaftswunders, waren nur Symptome des Wohlstandes, entstanden aus den wenigen guten Eigenschaften der Deutschen: Fleiß, Disziplin und Umsicht.

Der Deutsche ist wieder außer Kontrolle geraten, wogegen ein Morgenthau-ähnlicher Einwanderungsplan die effektivste Langzeitmaßnahme ist. Für die links-grün-bunten Volksverdünner, wo gerade bei denen jede genetische Idee anti-darwinistische Anfälle auslöst, scheint doch der Weg über die Mendelsche Regel das geeignete Mittel, um das verachtete Volk mit seiner verhassten Kultur grundlegend zu vernichten. Aber hoffentlich nicht, bevor es nochmals von allen anderen Nationen rückwirkend bis 1871 zur Kasse gebeten werden kann – eine Art „Existenzsteuer“ Deutschlands an den Rest der Welt.
Wir denken, die Deutschen haben sich gegenseitig verdient.

Quellen:
Ein Fabeltier unserer Zeit, JD Chamier, Amalthea
Die Belgischen Dokumente 1885-1914, Schwertfeger, DVG
The Diplomats 1919-1939, Craig, 1953, Princeton Univ. Press

Die Kriegsschuldfrage, Dickmann, 1964, Oldenbourg Verl.

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