TÖTET JEDEN MIT KULI UND BRILLE…

Nieder mit den Banken, Unternehmern, Reichen, Aktionären und Lobbyisten!
Was haben Pharmaindustrie, Energieerzeuger, Importeure, Handelsketten, Investoren, Immigrationsgegner, Spekulanten, Lebensmittelhersteller, General Motors, Amazon, Arbeitgeber, Rechte, Neoliberale, Rassisten, Vermieter, Homophobe und SUV-Fahrer gemeinsam? Sie sind die Gruppe der Ausbeuter und
Gegner des guten und gerechten Volkes.
Dieses Volk – also der Rest der Republik – sind die Arbeitnehmer, Arbeits-und Obdachlose, Hartz IV-Empfänger, Schüler & Studenten, Intellektuelle und Asylanten (die kann man ruhig schon mal mitzählen!)

Nach der speziellen Wirtschaftslehre der Umverteiler werden Vermögen und Eigentum nicht erwirtschaftet oder gar “verdient” – Arbeiter verdienen, Unternehmer beuten aus!: Vermögen und Werte waren einfach schon alle “da”! Sie wurden nur den ursprünglichen Besitzern von den Mächtigeren irgendwann mal weggenommen. Erst gewaltsam durch die Aristokratie und Feudalisten und, seit dem industriellen Zeitalter, durch die arglistige Verschwörung und düsteren Machenschaften des Kapitalismus.

Das tolle an dieser Theorie ist, dass kein einziger Arbeitnehmer und Arbeitsloser (also die Masse des guten “Rest-Volkes”) mehr arbeiten müsste, wenn man erst einmal die Ausbeuter-Gruppe entmachtet, gefeuert, entprivilegisiert und aus der BRD raus-besteuert oder raus-reguliert hat. Dann kann jeder “Rest-Einwohner” das Vermögen und den Besitz, der ihm ja eigentlich schon immer gehörte, wieder in Empfang nehmen. Dabei handelt es sich also nicht einmal um Umverteilung – wie die konservativen Panikmacher immer behaupten – sondern lediglich um eine Zurückverteilung des nationalen Vermögens. Keiner dieser kalten Blutsauger wird mehr seine gierigen Finger an Eure Euros legen! Kein Konsumzwang mehr! Keine Hungerlöhne oder Diskriminierungen am Arbeitsplatz! Keine Verseuchungen mehr oder Betrügereien! Keine Klimasorgen! Das Leben wird gerecht und gesund – nur noch Bio, Öko und Natur. Zwischen Euch und diesem kleinen Sprung ins Paradies stehen nur die Rechten und die neoliberale 5. Kolonne.

Das Problem mit dieser Theorie ist – dass sie falsch ist. Jetzt ist nämlich keiner mehr da, der den Wohlstand dieses selbstgerechten “Rest-Volkes” sichern könnte. Die Beträge aus den besteuerten Renten und den gespendeten 5 Euros der Fernsehlotterie reichen sicher nicht. Die letzteren gehen wahrscheinlich sowieso nach dem Willen der fürsorlichen Bürger nach Afrika. Aber da ist doch noch der Staat! Stimmt, nur baut der keine Autos, finanziert Unternehmen, backt Brötchen, erzeugt Energie, forscht nach Arzneien oder produziert Handys. Es gab mal Zeiten und Länder in denen er es versuchte – aber keiner wurde richtig glücklich damit.

Im Kambodscha der Roten Khmer wurde jeder mit einer Brille und einem Kugelschreiber aus den Städten aufs Feld gejagt, meist aber gleich liquidert. Wer diese Gegenstände besaß, konnte scheinbar lesen und schreiben, war also ein Intellektueller. Von der Logik der „Khmer Rouge“ könnte noch so mancher Sozial-Aktivist etwas lernen. Nach der dortigen “Umverteilungskampagne” gab es weder Reiche, noch Unternehmer oder Spekulanten, keine Sozialempfänger, Künstler, Forscher oder Asylanten, weder Dumping-Löhne noch Privatbesitz. Jeder war schön gleichgestellt und emanzipiert. Außer Kinderkriegen machten Frauen ohne Ausnahmen die gleiche Arbeit für gleichen Lohn – nämlich “0,0”. Dafür wurde verteilt was noch übrig war: Hunger, Prügel und Vernachlässigung.
Warum dieses extreme Beispiel?

Hier ist der Zusammenhang:
Nach 1992 holte die kambodschanische Gesellschaft mit Lichtgeschwindigkeit zum Wohlstand der Nachbarn, Thailand und Vietnam, auf. Seltsamerweise, brachte eben diese “Befreiung” auch die ursprünglichen kulturellen Institutionen und Traditionen wieder zurück, inklusive genderspezifische Rollenteilung, ungleiche Einkommen und gesellschaftliche Eliten. Eine der Welt größten Zivilisationen (Angkor Wat) hatte sich also gerade mit letzter Kraft von der Abyss gerettet, da lagen westliche “Sozial-Missionare”, beispielsweise die Emanzipationsfanatiker, schon auf der Lauer um den kambodschanischen Frauen die gesellschaftliche Gleichstellung zu bescheren. Können Sie raten, was die Aktivisten zu hören bekamen?: Nein Danke – wir waren schon einmal richtig gleich und gefallen hat es uns nicht!

Die Frage ist: gibt es einen Mittelweg, einen Kompromiss zwischen extremen Unterschiede in demokratischen Gesellschaften?

Die Wirklichkeit ist doch, dass gerade die Eigenschaften, die den Menschen aus den Höhlen der Steinzeit herausgezogen hatten und schließlich auf dem Mond wandern ließen, eben dieselben Eigenschaften sind, die man jetzt krampfhaft versucht einzudämmen und zu regulieren. Sicher braucht es neue Gesetze um gesellschaftliche Entwicklungen und technologische Fortschritte zu berücksichtigen. Kein Staat hat aber das Recht, die Fähigkeiten, Talente und Ambitionen des Einzelnen zu beschränken (siehe Karl Mannheim, “Freedom, Power and Democratic Planning”, 1947, Chpt.2, IV). In einer freiheitlichen, pluralistischen und offenen Gesellschaft ist das einzig reale Maß das ihrer individuellen Mitglieder, nicht der abstrakte Mittelwert einer konzeptualisierten Allgemeinheit (siehe “MYTHOS DES ALLGEMEINWOHLS”, Dezember 2012). Eine Verfassung ist keine bloße “Ansammlung wichtiger Grundrechte”, vielmehr die Definition prinzipieller kultureller Konzepte. Zum Beispiel hat jeder Bürger ein Recht auf Arbeit – aber nicht auf einen Arbeitsplatz.

Der gegenwärtige Sozial-Aktivismus versucht diese Unterschiede zu verwischen. Es gibt kaum eine Zeit in der Geschichte, in der so viele Menschen die “Hände die sie füttern” mit solch aggressivem Hass beißen wie hier und heute. Kann man so scheinheilig-liberal, so blindlings wohlwollend sein um nicht zu erkennen, dass die Republik nicht durch planlosen und gefühlsbezogenen Sozial-Aktivismus regiert werden kann? Es scheint, also ob die führenden Parteien sämtliche Grundsätze und Langzeitprogramme einer integrierten Innenpolitik aufgegeben haben. Dafür werden die Forderungen der lautstärksten Organisationen und Minderheiten ungeprüft übernommen und als Fortschritt und Standard des gesellschaftlichen Wohls vermarktet. Wenn aber unser Staat die meisten dieser, vermeintlich gerechten, Forderungen der Hobby-Soziologen erfüllen würde, wäre wohl z.B. die Chinesische Verfassung schon bald ein wesentlich bedeutungsvolleres Dokument als die unsere. Alexis de Toqueville bemerkte um 1840: “Die Demokratie ist die Hauptursache des Neids”.

Man sollte aufhören mit dem social engineering, „hier zu beschneiden“ und „dort etwas ansetzen“, also konstant wild herumregulieren bis was „passt“ – das tut es nicht mehr.  Es scheint, dass nur grundlegende, strukturelle Umbauten eine neue gesellschaftliche Basis ermöglichen, welche den Fähigkeiten und Ambitionen einer Gruppe freien Raum gewährt, ohne Benachteiligung einer anderen. Wie Mannheim schrieb: Planung ohne Reglementierung.

10 Gedanken zu „TÖTET JEDEN MIT KULI UND BRILLE…

  1. Wie konnte ich nur einen Moment an Kretzschmanns unverbrüchlicher brüderlicher Bewunderung für den großen Bruder Pol Pot zweifeln!
    Irgend ein anderer Grüner hatte doch damals die Glückwunschtelegramme geschickt.
    Alles ganz ganz ehrenwerte Männer natürlich, denn ehrenwert, das sind sie alle.

    • Die Grünen und Linken hatten schon immer die Tradition autoritären Schlächtern zu ihren „antikapitalistischen Leistungen“ zu gratulieren, angefangen mit Kubas Castro, über ‚Uncle Ho‘, zu Pol Pot, der schon von U.K. und U.S. unterstützt wurde. Haaresträubend!

  2. Den Grundtenor des Textes zu unterstützen fällt nicht schwer, (das ist allerdings immer so bei Halbwahrheiten) wenn auch der Eindruck, dass er etwas zu sehr vereinfacht, nicht so ohne weiteres wegzuwischen ist. Daher wenigstens ein paar Fragen betreffend Ihr Fazit:
    „Es scheint, dass nur grundlegende, strukturelle Umbauten eine neue gesellschaftliche Basis ermöglichen, welche den Fähigkeiten und Ambitionen einer Gruppe freien Raum gewährt, ohne Benachteiligung einer anderen.“

    1.Welche gesellschaftlichen Kräfte sollen diesen Umbau initiieren oder vornehmen? (Ergibt er sich von selbst?)
    2.Wie soll diese neue gesellschaftliche Basis dann aussehen? (Anarchie bis Diktatur der „Wirtschaft“……?)
    3. Wie kann man die Benachteiligungen der „anderen“ ausschließen, wenn man den Ambitionen einer Gruppe tatsächlich „freien“ Raum lässt? (Frage nach der Grenze der Freiheit – Muss man dann allein auf die Einsicht der Starken hoffen?)

    Ist wirklich jeder, der die „Ausbeutung von Teilen der Natur und Teilen der Menschheit“ – über die zu streiten wegen ihrer Offensichtlichkeit wahrlich nicht lohnt – bereits ein verkappter Kommunist?
    Vielleicht ist doch alles ein bisschen unangenehm komplizierter als es der obige Artikel darzustellen sucht?

    • Vielen Dank für Ihr Interesse an meiner post und Ihren Kommentar; er enthält gute Einwände und wichtige Fragen. Das Format eines Blogs verhindert die komplette Durchargumentierung komplexer Themen. Ich würde mir nicht anmaßen, genaue Reparaturanweisungen für unsere gesellschaftlichen Probleme anzubieten. Da ich aber seit 1975 in verschiedenen Asiatischen Ländern leb(t)e und arbeitete und z.B. in Kambodscha die Geburt einer neuen Nation in einer aktiven Rolle miterlebte, erlaube ich mir Vergleiche – aus praktischer Sicht und Erfahrung – sowie Anregungen fuer gesellschaftliche Verbesserungen.
      1.) Dies ist die Schlüssel-Frage. Antworten finden Sie in der post “STIMMEN SIE FÜR EINEN NEUANFANG?” Kurz: Eine G. ist die Summe aller ihrer kulturellen Institutionen. Dafür sind Homogenität und Souveräität die wichtigsten Voraussetzungen. Beide wurden hier seit Bestehen der BRD systematisch verwaessert (siehe eklatante Unterschiede z.B. Japan vs. D.)
      2.) Der Kapitalismus ist keine STAATSform (wie z.B. Der Kommunismus), sondern ein Wirtschaftssystem; deshalb hat reiner Kap. nichts mit Anarchie zu tun. Das einzig akzeptable Witschaftssystem für einen freiheitlichen Rechtsstaat ist ein kapitalistisches. Wenn der K. durch (vermeintlich “soziale”) Regularien und Auflagen uebersteuert, verzerrt und korrumpiert wird, verliert er seine Stärke und seine Schwächen werden vergrößert (als ob man jedem Ferrari-Besitzer die Auflage erteilt, er darf ihn nur fahren, wenn er einen Wartburg-Motor einbaut). Deshalb nenne ich unsere gegenwärtige Wirtschaft “Feudal-Sozialismus” (siehe die post “FEUDAL-SOZIALISMUS VS. KAPITALISMUS”.) Politik muss auf korrekten philosophischen Grundlagen und Prinzipien beruhen. Moral und Recht müssen sich aus diesen Prinzipien ableiten, nicht aus temporären und interpretierbaren, populistischen Vorteilen.
      3.) Mit Verlaub, Ihre Frage beruht schon auf falschen Prämissen (auch dazu finden sich Antworten, in blauer Farbe hervorgehoben, in den genannten posts.) “Benachteiligung” erfordert aktive Einwirkung auf einen “Urzustand” der Gleichberechtigung. Menschen sind bei Geburt gleich. Es sind also generell gerade diese menschlichen Einwirkungen, Bestimmungen und Regularien, die Benachteiligungen erst bewirkt haben. Unsere Tsunami von Gesetzen und Vorschriften muss eingedämmt und teilweise abgebaut werden. Ich bin NICHT gegen JEGLICHE Steuerung (Gesetzesregelungen), sofern sie nicht viel weiter über die “10-Gebote” hinausgehen (LOL). Sollte der Bürger selbst entscheiden, ob er z.B. auf dem Fahrrad eine Helm tragen will, ob er für seine Altersvorsorge lieber selbst über seine Anlagen entscheidet? Sehr unterschiedliche Dinge – hängen aber alle mit der gesellschaftlichen Gesinnung zusammen.
      Beste Gruesse.

  3. Pingback: Besonders gelungene Kommentare | Beim nächsten Geld wird alles anders

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