DÉJÀ VU (7)

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Menschen lernen alles – nur nicht aus der Geschichte.

Es wird stets erneut Zyklen geben, deren prinzipielle Inhalte sich gleichen, aber eben auf technologisch-bedingt höheren Ebenen; vielleicht eine Art apokalyptischer Steinzeit, ähnlich den Endzeit-Movies Hollywoods? Moralisch sind wir da schon sehr nahe: Die Haupttugenden eines zivilisierten Individuums, Respekt, Anstand, Würde und Verantwortung sind zu seltenen Charaktereigenschaften verkümmert.

Alle Menschen gehören zwar zu einer Spezies, das macht sie aber nicht alle gleich. Auch durch Menschen erfundene Gesetze werden sie um kein einziges Gen gleicher – sonst hätten wir uns nie aus unseren Höhlen ziehen und auf dem Mond landen können!

Wissenschaft und Technologien erlauben es uns in die Natur einzugreifen, wie nie zuvor in der Geschichte der Menschheit. Weder Alexander der Grosse, noch Caesar, Dschenghis Khan, Napoleon oder Hitler vermochten die Zukunft unserer Lebensweise so radikal zu ändern wie die „Schwarzen Magier“ von Davos.

Zurück zum Bild:

Dieses berühmte Foto zeigt die endliche Flucht aus einer langen Kette desaströser Fehlentscheidungen – wiederholt 40 Jahre später durch Politiker, denen entweder an Bildung mangelt oder an Vernunft.

Wir können nicht wissen, wie viele Parlamentarier und Influenzer – in Amerika und Europa – sich gegen einen Einsatz in Afghanistan ausgesprochen haben, und mit welchen Motiven; aber von den Entscheidungsträgern kannte kein einziger das Land, weder seine genaue Geschichte, Kultur, Sitten oder Sprachen.


Zur Klarstellung:

Die Taliban, die jetzt in Kabul regieren, sind Afghanen (Paschtunen, etwa 60 Prozent der Bevölkerung), genau wie der Vietcong Vietnamesen waren, also Kinder ihres Mutterlandes – und keine Eindringlinge wie die westlichen „Befreier“. Wenn sich die westliche Gesellschaft grossteils schon der Gleichmacherei verschrieben hat, sollte sie auch begreifen, dass alle Kulturen ebenfalls gleichwertig sind (wenn auch unsere tittenschwingenden Emanzen keine Stunde in Kandahar überleben könnten). Bemerkenswert ist auch, wie sich die westlichen Musterdemokraten gerade um die Frauen derjenigen Gesellschaften sorgen, welche von strategischer Bedeutung sind!

Wir schicken also Truppen nach Afghanistan um demokratische (lol) Werte zu verbreiten, und um die staatlich Macht zu befähigen, rechtliche Polizeigewalt auszuüben und die „Allgemeinheit“ gegen Handlungen und Einfluss der kulturellen Mehrheit zu bewahren. Das alleine ergibt schon keinen Sinn. Trotz einem gigantischen Aufwand an Elite-Soldaten und modernsten Waffen lässt sich Kabul nicht in Berlin und der Rest nicht in Kalifornien umkolonialisieren.

Tragikkomische Folgen:

Tausende wehrfähiger junger Männer, die wir ausgebildet haben um ihre neue Demokratie und die Rechte ihrer Frauen in ihrem Lande zu verteidigen, flüchten wieder nach Deutschland, um dann unsere Rechtsgesellschaft zu untergraben und unsere Frauen zu schänden. Sie werden sich vor deutschen Gerichten verteidigen mit dem Argument, dass es eben ein Teil ihrer Kultur sei. Jede Mutter, die ihren Sohn in Afghanistan verloren hat, um diesen Menschen unsere Werte zu vermitteln, wird bei solch zukünftigen Urteilen Schreikrämpfe bekommen – man könnte kotzen bei dem Zynismus.

Doch seien wir keine Spielverderber und sehen auch die Erfolge:

0.03 Prozent der Afghanen trennen jetzt ihren Müll und deren Frauen tragen Victoria’s Secret von Amazon.

4 Gedanken zu „DÉJÀ VU (7)

  1. Man beachte, Afghanistan besitzt durch seine nordöstlichste Provinz (Badakhshan) eine gemeinsame Grenze mit China. Die Chinesen haben ebenfalls grösstes strategisches Interesse an ihrem Nachbar. Bemerkenswert ist, dass die islamistischen Taliban kein Wort gesprochen haben, über das schwere Schicksal ihrer muslimischen Brüder (Uighurs) unter den Han!
    Möglicherweise, hatte der Abzug der westlichen Mächte auch mit ihrer Beziehung zu China zu tun.
    (Red.)

  2. Man kann aber Berlin durchaus von Kabul kolonialisieren, das geht seit 6 Jahren eifrig voran. Und das Project „make California Mexico again“ verzeichnet ebenfalls wieder erhebliche Fortschritte.

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